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Offizieller Name: Islamische Republik Iran
Hauptstadt: Teheran
Fläche: 1.633.188 km²
Landesnatur: Iranisches Hochland, eingeschlossen von
Randgebirgen im Zentrum, im N u. S Küstenebenen
Klima: Gemäßigtes, subtropisches u. kontinentales
Klima mit Wüsten
Hauptflüsse: Karkheh, Mond, Qezel Owzan, Karun
Höchster Punkt: Demawend 5604 m
Tiefster Punkt: Kaspisches Meer 20 m
Regierungsform: Autoritäre Republik mit
theokratischer Spitze
Staatsoberhaupt: Oberster Revolutionsführer (wird von Expertenrat auf unbestimmte Zeit gewählt)
Staatspräsident und Regierungschef: Präsident (wird für 4 Jahre direkt vom Volk gewählt und kann für eine weitere Amtszeit wiedergewählt werden)
Verwaltung: 28 Provinzen (Ostan)
Parlament: Islamische konsultative Versammlung mit 290 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten. Verfassungsrat ("Wächterrat") mit 12 Mitgliedern
Nationalfeiertag: 11.Februar
Einwohner: 66.796.000 (1999); 78.868.711 (geschätzt für Juli 2012; 75 Mio. nach Volkszählung 2011)
Bevölkerungsdichte: 39 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 63,9% (1999)
Analphabetenquote: 23% (1999)
Sprache: Persisch (Farsi ca. 50%), u.a.
Religion: Moslems (Schiiten 90%, Sunniten 9%), Zoroastrier, Christen, Juden; Bahai-Religion verboten
Importgüter: Maschinen, Transportausrüstungen, chemische Erzeugnisse, Papier, Textilien, Eisen, Stahl, Nahrungsmittel
Exportgüter: Erdöl, Erdölprodukte, Erdgas, Teppiche, Baumwolle, Trockenfrüchte
Im Februar 1979 beendete die siegreiche Islamische Revolution die 2500-jährige persische Monarchie und errichtete an deren Stelle eine Islamische Republik, den ersten real existierenden Gottesstaat auf
Erden. Die Welt sah in jenem Februar ungläubig zu, wie der Mullah aller Mullahs über den König aller Könige siegte und der tausendjährige schiitische Traum von Macht und Herrschaft zur Wirklichkeit wurde. Seitdem gilt der Iran als ein internationaler Krisenherd ersten Ranges und beschäftigt wie kaum ein anderes Land der Erde die Gemüter in Ost und West. Ayatollah Ruhollah Musawi Chomeini (1902 bis 1989), wie sein vollständiger Name lautete, war mit dem Anspruch aufgetreten, einen islamischen Staat zu errichten, in dem nach Gottes Gebot und des Propheten Geheiß regiert und gelebt wird. Er versprach dem
gläubigen Volk nicht nur das Heil im Jenseits, sondern auch Glück im Diesseits. Von diesseitigem Glück kann inzwischen in der Islamischen Republik keine Rede mehr sein.
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Mit Iran verbindet man heute im In- und Ausland Krieg und Chaos, religiöse Unduldsamkeit, politische Unterdrückung, Terror und Geiselnahme und nicht zuletzt einen religiös verbrämten Todeskult, das schiitische Märtyrertum. Das ausgesprochen düstere Bild des heutigen Iran lässt zunehmend vergessen, welche positive Rolle die Perser in Geschichte und Kultur der Menschheit gespielt haben.
Iran war das Land von Kyros II. (Regierungszeit 559-530 v.Chr.) und Dareios I. (Regierungszeit 522-486 v.Chr.), jener Herrscher, die das erste Weltreich der Geschichte gründeten und als Vorbild der politischen Weisheit und Staatskunst galten.
Iran war die Heimat von Zarathustra (um 800 oder 700 v.Chr.) und Mani (216-276), deren dualistische Lehre vom ewigen Kampf zwischen Gut und Böse in die christliche Theologie Eingang fand.
Moslemische Perser, wie Avicenna (980-1037) und Alfârâbi (um 870-950), entdeckten und übersetzten die griechischen Philosophen und verschafften so dem Abendland Zugang zum antiken Denken.
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Die klassische persische Dichtung gilt bis heute als ein wesentlicher Bestandteil der Weltliteratur. Die lyrische Trunkenheit Hafis (um 1326-1390), das gewaltige Reimepos Schahname (Königsbuch) Ferdowsi (um 940-1020), das in mehr als 50.000 Doppelversen die Geschichte des Perserreichs erzählt, und die pantheistischen Höhenflüge von Mowlana Dschelal Ad-Din Rumi (1207-1273)
bezauberten Generationen abendländischer Dichter und Denker.
Im Kreuzweg der Völker und Kulturen gelegen, wurde Iran über längere Perioden von fremden Eroberern beherrscht, doch die persische Kultur erwies sich stets als stärker. Die Iraner nahmen den Islam an,
bewahrten aber ihre Sprache und das Bewusstsein, über ein kulturelles und historisches Erbe zu verfügen, das viel älter ist als der Islam.  |
Geschichte
Mit dem persischen Reiche, schrieb der deutsche Philosoph Friedrich Hegel (1770-1831), treten wir erst in den Zusammenhang der Geschichte. Mit der Herrschaft der Achämeniden, eines edlen Geschlechts aus Persis, dem heutigen Fars in Südiran, begann tatsächlich das erste Weltreich der Geschichte: das Reich der
Perser. Kyros II. (Regierungszeit 559-530 v.Chr.), der Befreier der Juden aus babylonischer Gefangenschaft, ist der Begründer des Perserreiches. Dieses, durch die Eroberung Babylons und Kleinasiens erweitert, reichte vom Mittelmeer bis zum Indus, vom Kaspischen Meer bis zum Indischen Ozean und umfasste eine Fläche von fast fünf Millionen km², in dem annähernd zehn Millionen Menschen lebten.
Neben Kyros ist die bedeutendste Gestalt des Achämenidenhauses Dareios I. (Regierungszeit 522-486 v. Chr.). Er befriedete die aufständischen Provinzen, konsolidierte die Königsmacht und schuf eine gut funktionierende Verwaltung. Von Herodot wissen wir, dass das große Reich des Dareios I. in zwanzig Provinzen oder Satrapien eingeteilt war. Augen und Ohren des Königs, d. h. die Emissäre Dareios I., die die Satrapien besuchten, sahen darauf, dass keine Rebellionen oder separatistische Tendenzen aufkamen. Unter Dareios I. begannen die ersten Kämpfe mit den Griechen, die mit der Niederlage der Perser bei Marathon (490 v. Chr.) ein vorläufiges Ende fanden.
Nach dem Tode Dareios I. begann der allmähliche Zerfall des Weltreiches, bis es mit Dareios III. (Regierungszeit 335-330 v.Chr.)
unter dem Ansturm Alexanders des Großen (356-323 v.Chr.) endgültig zusammenbrach. Nach dem Tod Alexanders trat einer seiner
Feldherren, Seleukos (312-280 v.Chr.), die Nachfolge in dem Reichsteil an, zu dem Persien gehörte. Er wurde zum Begründer der Seleukidendynastie, die bis 160 v. Chr. herrschte. Für über 300 Jahre war Persien dann Teil des Partherreiches, das vom ostiranischen Herrscherhaus der Arsakiden regiert wurde, bis mit den Sassaniden das zweite persische Reich entstand.
Unter den Sassaniden (224-650), die aus Persis stammten, wurde die Lehre Zarathustras (um 800 oder 700 v. Chr.) zur offiziellen Religion
des Landes, und die Priester dieses Glaubens bildeten den ersten der vier Stände der persischen Gesellschaft. Mehr als vier Jahrhunderte lang verteidigte sich das Sassanidenreich erfolgreich gegen Römer, Byzantiner, Inder und Mongolen, bis es im 7. Jahrhundert dem Ansturm der Araber erlag.
Das islamische Persien
Unter dem Kalifen Omar I. (um 592-644), dem zweiten Nachfolger des Propheten Mohammed (um 570-632), eroberten die Araber das persische Großreich. Der vorangegangene innere Zerfall des Reiches ermöglichte ihnen einen raschen Sieg.
Auch die Islamisierung des Landes ging rasch vonstatten. Nur einige Jahrzehnte nach dem Tode Mohammeds war die Mehrheit der Perser freiwillig oder unter Zwang zum neuen Glauben übergetreten. Politisch spaltete sich das Sassanidenerbe auf in verschiedene Fürstentümer, die aber alle nominell zum Herrschaftsbereich des Kalifen von Bagdad gehörten. |

Der Mongolensturm Anfang des 13. Jahrhunderts setzte den persischen Teilstaaten und Fürstentümern ein Ende. Nach der Zerstörung weiter Gebiete des iranischen Hochlandes errichtete Hülägü (1217-1265), ein Enkel Tschingis Chans (1167-1227), das Ilchanenreich auf persischem Gebiet. Doch die nationale Dynastie der Safawiden (1502-1736) beendete die Zeit der Fremdherrschaft. Sie bemächtigten sich im 16. Jahrhundert des gesamten persischen Gebietes und errichteten den ersten persischen Nationalstaat mit Isfahan als Hauptstadt. Unter ihnen wurde der Islam schiitischer Ausprägung offizielle Staatsreligion.
Politisch wirksam wurde die schiitische Geistlichkeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zusammen mit dem aufgeklärten Bürgertum nötigte sie 1906 dem Kadscharenherrscher Muzaffar ad-Din Schah eine konstitutionelle Verfassung mit bürgerlichen Grundrechten ab (die erste Demokratie auf dem asiatischen Kontinent, siehe: de.wikipedia.org, Konstitutionelle Revolution).
Iran von ausländischen Mächten besetzt -- Erdöl -- Putsch -- der Schah von Persien
Noch vor dem 1. Weltkrieg hatten russische und britische Truppen Teile Irans besetzt. Zum Einen richteten sich die ausländischen Aggressionen in Koalition mit den Vertretern der Monarchisten gegen die amtierende parlamentarische Regierung und zum Anderen war die britische Firma Burmah Oil 1908 auf eines der weltweit größten Erdölfelder gestoßen, das man sich aneignen wollte. Obwohl sich Iran im 1.Weltkrieg politisch neutral erklärt hatte (aber deutschland-freundlich eingestellt war und das Deutsche Reich eigene Interessen im Iran verfolgte), kämpften russische und britische Truppen im Rahmen der Anglo-Russischen Invasion von iranischem Boden aus gegen das mit dem Deutschen Reich verbündete Osmanische Reich, das Teile Nordwestirans besetzt hielt. Außerdem richtete sich der Kampf russischer und britischer Truppen gegen den Einfluss des Deutschen Reichs, das kurzzeitig die Deutsche Mark als Zahlungsmittel eingeführt hatte.
Im Verlauf der Anglo-Russischen Invasion kam es zu schweren Hungersnöten im Westen Irans, denen etwa 100.000 Menschen zum Opfer fielen.
1918 waren Osmanen und Deutsche besiegt und verließen Iran. Auch die russischen Truppen zogen sich nach dem Zusammenbruch des Zarenreichs aus Iran zunächst zurück.
Nun dominierten allein die Briten. Mit dem Anglo-Iranischen Vertrag von 1919 wurde Iran praktisch zur britischen Kolonie. Großbritannien wollte sich dann die russischen Ölfelder bei Baku (heutiges Aserbaidschan) aneignen. Die britischen Truppen wurden aber von der Roten Armee zurückgeschlagen und bis in den Iran verfolgt. Unterstützt vom kommunistischen Russland wurde im Juni 1920 eine von der Zentralregierung in Teheran unabhängige Iranische Sowjetrepublik ausgerufen. Damit wurde auch die Kommunistische Partei Iran (KPI) gegründet. |
Von der KPI zur Tudeh-Partei
Aus der KPI entstand 1941 die Tudeh-Partei. Obwohl die Partei kommunistisch war, musste sie jeglichen Bezug zum Kommunismus vermeiden, da jegliche kommunistische Aktivität mit dem Gesetz von 1931 verboten war. Mit dem Attentat auf den Schah im Februar 1949 wurde die Tudeh-Partei verboten, da man ihr eine Verwicklung in das Attentat unterstellte. Die Partei wurde aufgelöst, Parteimitglieder verhaftet und vor Gericht gestellt. Doch ihre Arbeit setzte sie, wie zuvor die KPI, im Untergrund fort. Im Oktober 1949 wurde nach dem deutschen DDR-Vorbild die Nationale Front Iran gegründet. Mit der Ernennung von Mossadegh zum Premierminister 1951, nahm die Tudeh-Partei ihre Arbeit wieder offiziell auf, obwohl das Parteiverbot fortbestand - nur nicht verfolgt wurde. Mit dem Sturz Mossadeghs 1953 im Zuge der "Operation Ajax" wurden die Mitglieder und Sympathisanten der Tudeh-Partei aufs Schärfste verfolgt. Eine große Rolle bei der politischen Verfolgung spielte der 1957 gegründete iranische Geheimdienst SAVAK. Das Zentralkommitee der Tudeh-Partei ging nach Ost-Berlin, später nach Leipzig. Aus der DDR wurde ein iranischer Radiosender betrieben. Mit der politischen Annäherung zwischen der Sowjetunion und dem Iran ab 1957 verlor die Anti-Schah-Ideologie der Tudeh-Partei zunehmend an Kraft. Es kam zur Parteispaltung. Einige Aktivisten zogen desillusioniert in die Bundesrepublik Deutschland oder gingen zurück nach Iran, wo sie Führungspositionen in Politik und Wirtschaft übernahmen, einige dienten sogar dem SAVAK. In den 1970er Jahren konnte die Partei zwar die Oppositionsarbeit mitgestalten, war aber keine tragende Kraft, wie etwa der schiitische Klerus. Die iranische Opposition wurde zu einer großen Massenbewegung. Zu ihr gehörten die Tudeh-Partei, der schiitische Klerus, die Nationale Front und die radikalen Kräfte der Volksmudschahedin. Das von allen Gruppen verkündete Ziel war der Sturz des Schah-Regimes und somit wurde der schiitische Klerus von den schwächeren Oppositionsgruppen unterstützt. Alle Anti-Schah-Gruppen stimmten deshalb auch in der Volksabstimmung von 1979 für die Islamische Republik. Selbst die dann eingesetzte Regierung, hauptsächlich bestehend aus konservativen Kräften, wurde unterstützt. An der Macht zeigte das neue Regime sein wahres Gesicht und verfolgte alle anderen Oppositionskräfte mit aller Härte. 1982 kam es zu einem entscheidenden Schlag gegen die Tudeh-Partei. Seitdem agiert die Partei wieder im Untergrund und aus dem Exil.
1967: Anti-Schah-Demonstration in Berlin
Bei einem Besuch des Schahs in West-Berlin am 2. Juni 1967, eröffneten auf einer Anti-Schah-Demonstration vor dem Schöneberger Rathaus eigens eingeflogene Schah-freundliche Iraner ("Agent Provocateurs"), die sich unter die Demonstranten gemischt hatten, eine Schlägerei. Es folgten nie dagewesene gewaltsame Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten. Die bürgerkriegsähnlichen Kämpfe gingen bis in die späten Abendstunden, in deren Verlauf viele Beteiligte verletzt wurden und in der Ermordung des 26-jährige Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten eskalierten. In West-Berlin herrschte monatelang Ausnahmezustand. Das Entsetzen über das Vorgehen der Staatsmacht gegen Demonstranten und die Trauer um die Ermordung von Benno Ohnesorg löste bundesweite Studentenproteste aus, die 1968 ihren Höhepunkt erlebten.
Siehe auch: Bahman Nirumand
Siehe Google-Search: 1968 68er Studentenproteste
Britische Truppen zogen sich in den Irak zurück, um von dort aus die Persischen Kosaken (angeführt von Riza Khan, dem späteren Riza Schah Pahlevi) im Kampf gegen die Sowjets zu stärken.
Mit britischer Unterstützung konnten im Februar 1921 Persische Kosaken unter Anführung von Riza Khan (1878-1944) gegen die Zentralregierung von Premierminister Fathollah Akbar Sepahdar, der aus Angst vor einer Entmachtung ein russisch-iranisches Abkommen zugunsten der Sowjetunion unterzeichnen wollte, putschen. Premierminister wurde Seyyed Zia al Din Tabatabai, der ein rigoroses Reformprogramm durchsetzen wollte, das unter anderem auch vorsah, das Land der Großgrundbesitzer an jene Bauern zu vergeben, die auf dem Land arbeiteten. Der vom herrschenden Ahmad Schah zunächst protegierte Tabatabai fiel immer mehr in Ungnade. Schließlich nahm Ahamad Schah Verhandlungen mit Riza Khan auf, der am 26. Oktober 1923 vom Verteidigungsminister zum Premierminister aufstieg. Ahmad Schah verließ am selben Tag Teheran in Richtung Paris. Damit war das Ende der 200-jährigen Kadscharen-Herrschaft besiegelt und die Zeit der Pahlevis begann.
Riza Pahlevi wurde im Dezember 1925 zum Schah gekrönt. Mit seiner nationalistischen Politik konnte er Iran aus der Abhängigkeit von Russland und Großbritannien befreien und deren Truppen zum Abzug bewegen. Die Zentralregierung in Teheran konnte gestärkt werden und erstmals in der jüngeren Geschichte war Iran frei von ausländischen Truppen.
Mit der Herrschaft Riza Pahlewis geriet die Geistlichkeit ab 1925 ins Hintertreffen. Er wollte das Land, nach dem Vorbild Kemal Atatürks (1881-1938), dem Begründer der modernen Türkei, modernisieren. Bildung und Justiz, bis dahin Domänen der Geistlichkeit, wurden europäischen Vorbildern angepasst und die Entschleierung der Frau mit Gewalt durchgesetzt. 1931 wurde die Kommunistische Partei verboten.
2.Weltkrieg -- erneute Besetzung durch fremde Truppen
Während des 2.Weltkriegs wurde der politisch neutrale Iran 1941 in der sogenannten Anglo-Sowjetischen Invasion von britischen (zur Sicherung der Erdölfelder) und sowjetischen (zur Sicherung der Nachschublinie) Truppen ohne Kriegserklärung besetzt nachdem Riza Pahlevi sich geweigert hatte, alle im Iran tätigen Deutschen auszuweisen. Riza Pahlewi, der mit den Deutschen sympathisierte, musste zugunsten seines Sohnes Mohammed Riza Pahlewi (1919-1980) 1941 abdanken. Die USA versorgten nun die Sowjetarmee im Norden Irans mit Waffen und anderem militärischen Material.
Bis zum Ende des Krieges war Iran in eine britische (im Süden) und eine russische (im Norden) Besatzungszone geteilt. Die Besatzer raubten das Land aus: Die Sowjetunion bediente sich am iranischen Gold (11 Tonnen), Großbritannien eignete sich bedeutsame Teile der iranischen Industrie an. Während die britischen Truppen 6 Monate nach Ende des 2.Weltkriegs Iran verlassen hatten, verblieben die sowjetischen Truppen entgegen der Abmachungen im Nordwesten. Stalin wollte sich die Ölvorkommen im Norden sichern und ordnete die Abspaltung der nördlichen Provinzen (Autonome Republik Aserbaidschan und kurdische Republik Mahabad) an. Aufgrund des Drucks von Seiten der USA konnte dieser Prozess rückgängig gemacht werden. 1946 zog sich die Rote Armee schließlich aus Iran zurück. Mit dieser "Irankrise" begann der sogenannte "Kalte Krieg" zwischen den West-Mächten und der Sowjetunion.
In der darauf folgenden Zeit wurde der junge Schah Mohammed Riza Pahlewi mit einer Reihe politischer und sozialer Probleme konfrontiert. Der Konflikt mit dem ab 1951 amtierenden Premierminister Mohammad Mossadegh (1880-1967), der die Erdölindustrie, die sich bis dato in britischen Händen befand, nationalisierte, kostete ihm beinahe die Krone.
Auf die Verstaatlichung der Anglo-Iranian Oil Company (aus der 1954 British Petroleum "BP" wurde) reagierte Großbritannien mit einer Seeblockade, die die iranischen Erdölexporte verhindern sollte. Die nun folgende Wirtschaftskrise führte zu schweren sozialen Unruhen.
Per Ermächtigungsgesetz vom Sommer 1952 regierte Mossadegh nun diktatorisch. Potentielle Gegner ließ er ausschalten. Proteste und Demonstrationen wurden verboten. Kritiker wurden im günstigsten Fall verhaftet.
Mohammed Riza Pahlewi, der sein Amt aufgeben musste, flüchtete am 15. August 1953 über Bagdad nach Rom. Doch bereits am 19. August wurde Mossadegh bei dem von der CIA und dem britischen Geheimdienst organisierten Putsch ("Operation Ajax") gestürzt und verhaftet. Mohammed Riza Pahlewi kehrte am 22. August nach Iran zurück und wurde vom Westen als Machthaber, als "Schah von Persien", eingesetzt. Er herrschte dank des Erdölreichtums und seines beim Volk verhassten Geheimdienstes Savak fast ein Vierteljahrhundert bis die Islamische Revolution ihn 1979 stürzte.
Der Schah lebte mit seiner Familie ein prunkvolles, für den Westen medienwirksames "Märchen-aus-Tausend-und einer-Nacht-Leben" und führte ein brutales, diktatorisches Regime. Dabei ließ er sein Land vom Westen ungehindert ausplündern.
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Am 1. Februar 1979 kehrte der Großayatollah Chomeini (1902-1989) nach 15-jähriger Verbannung nach Iran zurück. Am Teheraner Flughafen wurde er von vier Millionen Menschen empfangen. Zehn Tage später legte die kaiserliche Garde, die bis zuletzt Widerstand geleistet hatte, ihre Waffen nieder. Damit war das Schicksal der 2500-jährigen persischen Monarchie endgültig besiegelt. Am 31. März 1979 stimmten in einem Volksentscheid 97 Prozent der wahlberechtigten Iraner für die Islamische Republik. Für die neue Verfassung, die den Zusamenschluss von Staat und Religion festlegte, stimmten am 2. April 1979 ebenfalls 97 Prozent der Wahlberechtigten.
Schon gleich nach der Revolution begann der Westen einen Wirtschaftskrieg gegen Iran. Der vom Westen aufgebaute irakische Machthaber Saddam Hussein griff 1980 Iran an. Mehrmals wurde dabei Giftgas eingesetzt, das Irak vom Westen geliefert bekam. Der Krieg, der auf iranischer Seite 500.000 Tote forderte, dauerte bis 1988.
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Die Menschen
Der Name Iran leitet sich vom altpersischen Arynam ab, das bedeutet das Land der Arier, und ist seit 1935 die offizielle Bezeichnung des Landes. Die Vorfahren der heutigen Iraner, die sogenannten Indoeuropäer, hatten ihre Heimat in den südrussischen Steppen. Sie begannen um 1500 v. Chr. das Iranische Hochland zu besiedeln. Aus ihrer Sprache entwickelte sich das heutige Persisch, Farsi genannt, das seit der Islamisierung des Landes im 7. Jahrhundert mit arabischen Wörtern durchsetzt ist und sich der arabischen Schrift bedient.
Die Iranische Hochebene liegt zwischen dem Nahen Osten und Zentralasien und war damit stets der Kreuzweg verschiedener Völker und
Kulturen. So leben heute in Iran eine Reihe ethnisch und sprachlich unterschiedlicher Volksgruppen. Den Hauptteil der iranischen Bevölkerung bilden die Farsen, auch Perser genannt, die persischsprechenden Iraner. Sie stellen die Hälfte der rund 67 Millionen Einwohner des Landes und sind Anhänger der 12. Schia, der offiziellen Staatsreligion Irans. Die Farsen sind sesshaft und leben in festen Siedlungen. Aus ihrer Mitte bildete sich die intellektuelle und politische Elite des Landes. Die politisch wichtigste Gruppe
unter den ethnischen Minderheiten sind die Kurden. Ungefähr ein Drittel der sonst hauptsächlich noch in Irak und in der Türkei lebenden Kurden sind in Iran ansässig. Ihre Zahl wird auf etwa fünf Millionen geschätzt. Das Hauptwohngebiet der Kurden liegt im nördlichen Teil des Sagrosgebirges und in der Provinz Kurdistan. Die Kurden sind in Stämmen organisiert und teils sesshaft, teils viehzüchtende Nomaden. Im Verlauf dieses Jahrhunderts haben sie mehrfach vergeblich versucht, von Iran unabhängig zu werden.
Nach Autonomie strebten in den vergangenen Jahrzehnten auch die Aseri, die türkisch-sprechenden Bewohner der Nordwestprovinz Aserbaidschan. Die Aseri stellen mit ca. 20 % der Gesamtbevölkerung die weitaus größte Minderheit in Iran dar. Im Gegensatz zu den Kurden sind
die schiitischen Aseri in das soziale Gefüge des Landes integriert. Dies bewirken besonders die Händler- und Bazarfamilien, die nicht nur in der Provinzhauptstadt Tabriz, sondern auch in Teheran wirtschaftlich eine bedeutende Stellung einnehmen. Ihr Nationalismus beschränkt sich auf eine Betonung der sprachlichen Differenz gegenüber den persischen Landesteilen.
Die überwiegende Mehrzahl der Aseris fühlen sich allerdings als Perser. Sie sprechen zuhause zwar ihre dem Türkeitürkischen ähnliche Sprache, lesen und schreiben jedoch Persisch. Die nach politischer Eigenständigkeit strebenden Aseri sind etwa so ernst zu nehmen, wie die Bayernpartei in Deutschland. Lediglich diejenigen Völker, die keine Zwölferschiiten sind, verstehen sich wohl mehrheitlich nicht als Perser, wie die sunnitischen Kurden oder die christlichen Armenier. Bei den Juden fühlen sich manche als eigenständiges Volk, mancher als Iraner jüdischer Religion.
Die rund 700.000 Turkmenen, die bis zum Ausbruch des Krieges in Iran gezählt wurden, sind mehrheitlich sunnitisch
und türkischsprachig. Sie leben südöstlich des Kaspischen Meeres, sind stammesmäßig organisiert und betreiben Landwirtschaft und Viehzucht. |
Anders als die Turkmenen, gehören die ca. eine Million Belutschen zu den iranischen Völkern, und ihre Sprache ist eng mit dem Persischen verwandt. Die Belutschen sind Sunniten und leben als Nomaden im ostiranischen Grenzgebiet von Belutschistan, Seistan (Sistan) und
Kirman. Die in jenem fernen Winkel des Iran fortbestehenden traditionellen Stammesstrukturen, die dünne Besiedelung der weiten Wüstengebiete sowie die recht geringe Präsenz der Zentralmacht, sowohl unter dem Schah als auch unter dem islamischen Regime, dürften dazu
beigetragen haben, dass die Unzufriedenheit der Belutschen nicht zu einem totalen Aufstand führte. Die bislang schwersten Unruhen fanden
zur Jahreswende 1979/1980 statt. Seither hat man kaum mehr von bewaffneten Auseinandersetzungen gehört.
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Christen verurteilt wegen ihrer Religionszugehörigkeit
Der seit 2001 amtierende evangelische Pfarrer Yousef Nadarkhani (*1977) wurde in Teheran wegen "Abfall vom islamischen Glauben" zum Tode verurteilt worden, weil er im Alter von 19 Jahren zum Christentum konvertiert sei. Dies bestritt Nadarkhani. Wie er meinte, habe er zuvor keiner anderen Religion angehört. Das iranische Gericht war aber der Meinung, dass er als Sohn muslimischer Eltern automatisch mit der Geburt Moslem sei und bot ihm die Aufhebung des Urteils an, wenn er sich offen zum Islam bekennen würde. Dies aber lehnte Nadarkhani viermal ab.
Der internationale Protest gegen das Todesurteil veranlasste die deutsche Bundesregierung am 3. März 2012 den iranischen Botschaft einzubestellen und ihm die Sorge der Bundesregierung über das Urteil zu unterbreiten. Im September 2012 wurde Nadarkhani nach fast drei Jahren Gefängnis freigelassen. Der Vorwurf, dass Nadarkhani unter Muslimen evangelisiert habe, blieb bestehen. Die dafür vorgesehene Strafe von drei Jahren Haft wurde mit der fast dreijährigen Untersuchungshaft verrechnet.
Siehe auch: Begegnung der Völker, Kulturen und Religionen. Interreligiöser Dialog bei Franz von Assisi.
Religiöse Minderheiten
Iran ist das einzige Land, in dem der Islam schiitischer Ausrichtung Staatsreligion ist. 98 % der Iraner sind Moslems; 90% gehören zur 12.
Schia, den Rest bilden die Sunniten. Die größte nicht-moslemische Minderheit stellen die Christen. Unter ihnen sind die Armenier die wichtigste Gemeinde. Die armenische Gemeinde ist ein Teil der östlichen armenischen Kirche mit dem Zentrum Eriwan. Die Armenier haben ein vergleichsweise hohes Bildungsniveau. Viele sprechen fremde Sprachen. Neben dem Geschäftsleben konzentrieren sich ihre Aktivitäten auf akademische Berufe und künstlerische Tätigkeiten. Den Christen folgen die Juden mit weniger als 30.000 Gläubigen (1979 gab es etwa 100.000 Juden). Ihre Zentren befinden sich
in Teheran, Shiraz, Hamadan und Isfahan.
Die einzige religiöse Minderheit, die von der iranischen Regierung nicht anerkannt wird und ihren Glauben nicht ausüben darf, sind die
Baha'i, Anhänger einer ursprünglich von der 12. Schia abgespaltenen Religionsgemeinschaft. Während die Baha'i unter dem Schah eher toleriert wurden, sind sie heute der religiösen Unduldsamkeit der klerikalen Herrscher ausgesetzt. Eine Reihe führender Baha'i wurde in den letzten Jahren hingerichtet, andere sitzen im Gefängnis oder sind ins Ausland geflüchtet. Letztere bilden einen Teil der zwei bis drei Millionen Iraner, die seit der Revolution das Land verlassen haben und heute in
den iranischen Nachbarstaaten sowie in Westeuropa und Nordamerika leben. Die Flüchtlinge gehören meist zur städtischen Mittelschicht,
unter ihnen viele Technokraten, Akademiker und Künstler. Ihr Weggang führte zu einer intellektuellen Ausblutung des Landes.
Siehe auch: Religionen im Iran.
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Der Staat
Zwei Monate nach dem Sturz der Monarchie, also im April 1979, wurde die Islamische Republik als der einzig real existierende Gottesstaat auf Erden ausgerufen. Die Republik bekam bald auch eine Verfassung, ausgearbeitet von 80 ausgesuchten Theologen. Den Kern der Verfassung bildet die Velayat-e faqih, die
Herrschaft des Rechtsgelehrten. Die Leitung des Landes, heißt es in Artikel fünf der neuen Verfassung, liegt in den Händen des kundigsten, gerechtesten, tugendhaftesten, mutigsten Rechtsgelehrten, der seiner Zeit bewußt ist. Der höchste faqih ist der Imam, d. h. der religiöse und politische Führer und als solcher absoluter Herr über Leben und Tod der Gläubigen. Er ist nur Gott gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet. Der Geistlichkeit kommt im Iran eine herausragende Rolle zu. Doch bildet der schiitische Klerus keinen festgefügten Machtblock. Sehr bald nach dem Sieg der Revolution zeigten sich politische und religiöse Differenzen innerhalb der klerikalen Macht. |
Die Islamisierung
Gleich nach der Errichtung der Islamischen Republik begann man im Lande mit der Durchsetzung der Scharia, der herkömmlichen islamischen Rechtsordnung. Diese beinhaltet unter anderem Verbot von Alkohol, Musik und Glücksspiel, Einführung der Todesstrafe für
Ehebruch und Homosexualität, die Armensteuer und das Zinsverbot. Die Islamisierung zeigt sich heute aber vor allem in Kleidervorschriften für die Frauen: Tschador oder langer Mantel, weite Hosen und
ein Haar und Hals bedeckendes Kopftuch. Wer die Normen nicht beachtet, muß mit Peitschenhieben, günstigstenfalls mit Geldstrafe rechnen.
Islamisiert wurde auch der Bildungssektor. Die Schulklassen und die Hörsäle sind in der Regel nach Geschlechtern getrennt. Die religiöse Unterrichtung und ideologische Unterweisung haben absoluten Vorrang vor der säkularen Ausbildung. Wer studieren will, muss eine Aufnahmeprüfung im Fach Religion und Ideologie ablegen.
Nur die Kriegsversehrten und Kinder der Familien der Märtyrer können ohne solche Prüfungen studieren. Eine Ausnahme bilden auch die Kinder aus jüdischen und christlichen Familien. Im Gegensatz zu den verfolgten und verbotenen Baha'i, deren Lehre Elemente aller Weltregionen enthält, sind Christen und Juden als Anhänger der Offenbarungs-Religionen weitgehend, aber nicht völlig, unbehelligt geblieben.
In den letzten Jahren kam es zu einer leichten Liberalisierung. An der Universität sitzen Männer und Frauen durchaus durcheinander zusammen. Die Aufnahmeprüfungen werden anscheinend auch nicht mehr so rigoros gehandhabt. |
Inflation und Arbeitslosigkeit prägen heute das iranische Alltagsleben. Eine Lebensmittelknappheit gibt es allerdings nicht mehr. Es gibt fast alles in ausreichender Menge zu kaufen, wenn auch die Auswahl vielleicht nicht einem deutschen Supermarkt entspricht. Ebensfalls gibt es keine Rationierung von Grundnahrungsmittel wie es sie während des irakisch-iranischen Krieges gegeben hat.
Wer in der Islamischen Republik Geld hat, kann in den großen Städten alles, vom deutschen Luxuswagen bis zu amerikanischen Zigaretten, kaufen. Die verdorbene Verwestlichung hat sich längst durch die Hintertür in den Gottesstaat eingeschlichen. Sie tritt besonders bei privaten Festlichkeiten in Erscheinung. Die Damen und Herren tragen die neueste Mode aus Paris. Getanzt wird zu persischer Discomusik, im Stil, wie sie etwa in Los Angeles produziert wird. Es wird durchaus Live - mit Keyboard u.ä. gespielt. Auch verbotener Alkohol, der über die türkische oder irakische Grenze geschmuggelt wird (oder auch selbst gebrannt wird), fließt reichlich , und wer sich für amerikanische Fernsehserien oder europäische Filme interessiert, kann die entsprechenden Videokassetten, die unter dem Ladentisch gehandelt werden, gegen teures Geld erhalten. Auch die breite Masse darf gelegentlich unislamischer Genüsse teilhaftig werden. Wer im Jahr 2014 durch Teheran bummelt, erlebt eine moderne, boomende Großstadt, der es an nichts mangelt - und das trotz Jahrzehnte langer Wirtschaftssanktionen durch westliche Industriestaaten.
Seit Ende des Golfkrieges ist die klassische persische Musik wieder zugelassen. Diese Musik wird allerdings nicht unbedingt als unislamisch aufgefasst. Es gibt auch staatliche Institute zur Förderung dieser Musik. Übrigens soll auch Revolutionsführer Khameini Tar spielen. |
Drogen-Probleme
Iran leidet seit Jahren unter einem erheblichen Drogen-Problem. An Rohopium, Heroin oder Crack ist offenbar leicht heranzukommen.
Iran wird mit Drogen überflutet.
Auf dem Weg von Pakistan oder auch Afghanistan führt eine der Durchgangsrouten für den Drogenhandel nach Europa durch Iran. Und ausgerechnet seit der US-amerikanischen Invasion in Afghanistan im Oktober 2001 ist dort der Mohnanbau und damit der Handel mit Opium drastisch angestiegen.
Im Jahr 2008 hieß es dann, dass es, gemessen an der Gesamtbevölkerung, nirgendwo auf der Welt so viele Drogenabhängige gibt wie im Iran. Laut einer offiziellen Schätzung der iranischen Regierung aus dem Jahre 2008 wären etwa 1,1 Millionen Menschen suchtkrank und etwa 700.000 Gelegenheits-Nutzer. Allerdings scheint die tatsächliche Dimension der Drogenabhängigkeit im Iran weit größer zu sein. 2008 ging das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) davon aus, »[...] dass mehr als 3,2 Millionen Iraner süchtig [...]« seien, mehrere Hunderttausend davon heroin- bzw. opiumabhängig.
Im Kampf gegen die eskalierende Drogenproblematik leistet der iranische Staat in der Sucht-Therapie vorbildliche Arbeit für die viel Lob aus dem Ausland kommt.
Gegen Personen, die mit Drogen handeln, wird hingegen rigoros verfahren. Etwa 90 Prozent der Hinrichtungen gehen auf den illegalen Handel mit Drogen zurück.
Siehe hierzu auch: alles-schallundrauch.blogspot.de, Bericht über den Iran-Infoabend in Luzern, 3. Mai 2012
Zitat: STERN, 46/2008, S. 3, 36 ff.
Entwicklungen
Außenpolitisch ist der Iran weitgehend isoliert. Auch die Beziehungen zu Deutschland verschlechterten sich 1997 durch den Mykonos-Prozess. Die USA werfen Teheran die Unterstützung internationaler Terrororganisationen vor.
Große Hoffnungen auf einen innen- wie außenpolitischen Richtungswechsel wurden in Seyyed Mohammed Chatami (* 1943) gesetzt, der als Vertreter der gemäßigten Geistlichkeit gilt, und 1997 zum Staatspräsidenten gewählt wurde. Bei den Parlamentswahlen im Februar 2000 errangen die Reformkräfte um Chatami zwei Drittel der Mandate.
Allerdings konnte sich Chatami nicht behaupten, wohl auch deshalb, weil er sich bereits vor der Wahl nur wenig überzeugend als Reformer erwiesen hat. Seine Äußerung, dass die Verleihung des Friedensnobelpreises an Shirin Abadi nur den ausländischen Interessen nütze, erstaunte. Besser hätten es wohl auch die konservativen Kräfte nicht sagen können.
So kam es, dass der konservativ-klerikale Wächterrat die Wahlen im Februar 2004 mit großer Mehrheit für sich entscheiden konnte. Nur wenige Mandate verblieben den Reformern, die bisher über die größte Fraktion im Parlament verfügt haben.
Bei den Präsidentschaftswahlen im Juni 2005 ging der ultrakonservative Bürgermeister Teherans, Mahmud Ahmadinejad (* 28.10.1956), als Sieger hervor. Ahmadinejad erhielt 61,6 Prozent der Stimmen. Er lag damit klar vor seinem Herausforderer, dem früheren Präsidenten Haschemi Rafsandschani. Etwa 49 Prozent der Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben.
Schon bald nach den Wahlen sorgte Ahmadinejad mit kritischen Äußerungen bezüglich "Holocaust" und "Israel" in der westlichen Welt für heftige Empörung (siehe hierzu: alles-schallundrauch.blogspot.de, Von der Landkarte tilgen muss getilgt werden, 16. April 2012). Doch auch im eigenen Land wurde der Jubel um den neuen Präsidenten schnell leiser. Schleichend fand eine Militarisierung des Alltagslebens statt. Während der ersten Amtsjahre Ahmadinejads erhielt die Sittenpolizei immer mehr Macht. Mit polizeistaatsähnlichen Methoden verfolgt sie rigoros Vergehen gegen die Scharia. Ahmadinejad übergab das Präsidentenamt im August 2013 an den Reformpolitiker Hassan Ruhani.
1. Oktober 2012: Der Rial fällt an einem Tag um 17 Prozent ???
Am 1. Oktober wird berichtet, dass der internationale Handel im Sterben liege und die iranische Währung im freien Fall sei. Angeblich sei der Wert des Rial seit Anfang des Jahres 2012 um 80 Prozent gefallen. Verantwortlich für diese Situation werden zum einen die Sanktionen gemacht, insbesondere auch, dass Iran vom Swift-System abgeschnitten wurde (was heißt, dass Iran keine Waren erhält, weil diese per Swift-Überweisung nicht bezahlt werden können). Zum anderen wird der vermeintliche Zerfall der Währung US-amerikanischen Aktivitäten angelastet. Es wird auch gesagt, dass die US-Zentralbank FED iranisches Geld drucke und mit einer Geldschwemme eine Hyperinflation auslösen wolle.
Die Preise für Konsumgüter erhöhten sich offenbar täglich. Derzeit liege die Inflation bei 23 Prozent.
Es wird anscheinend darauf spekuliert, mit gezielter Propaganda eine gewisse Panik zu erzeugen, um einen Währungsverfall zu provozieren, der mittelfristig zu einer Währungsreform führe. Der Rial würde dann dem US-Dollar bzw. Euro angepasst werden, was mit einer Anpassung der iranischen Wirtschaft an westlich dominierte Wirtschaftsinteressen verbunden sei. Schaut man sich die offiziellen Währungsumrechner an, dann ist von einem derartig vermeldeten Währungsverfall nichts sehen...
Währungsumrechner
german.irib.ir, Fehleinschätzungen über den Kursverlust der iranischen Währung, 11.10.2012
www.economicpolicyjournal.com, Iranian Currency Falls 17% in One Day, October 1, 2012
September 2012: Ein schweizer Blogger macht sich selbst ein Bild von Iran.
Der Betreiber des Blogs "Alles Schall und Rauch" (ASR), bekannt unter dem Nicknamen "Freeman", reiste im September in den Iran, um sich selbst ein Bild von dem Land zu machen. Siehe: 3. Tag (2.Teil)
Wirtschaft 2010: Iran ist ein wirtschaftlich stabiles Land
Siehe: www.theintelligence.de, Irankrise Update: Ein offensichtlich faules Spiel, 20. Januar 2012 |
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Das Atom-Programm
Zum internationalen Konflikt kommt es, als Ahmadinejad verkündet, mit dem Aufbau einer eigenständige Kernkraftindustrie beginnen zu wollen. Dabei soll der eigentliche Kernbrennstoff im Uran, das Isotop U 235, angereichert werden, um Kernkraftwerke bauen zu können. Die USA und andere Verbündete verdächtigen Iran aber, an der Herstellung von Atomwaffen zu arbeiten und fordern die eigenständige Anreicherung von Uran zu stoppen.
In diesen bisher diplomatischen Auseinandersetzungen werden kriegerische Drohungen vor allem seitens den USA immer lauter. Der Präsident Irans bleibt jedoch bei seiner Position, dass die Anreicherung von Uran zu zivilen Zwecken nicht verboten werden könne und somit auch durchgeführt werde. |
Jüngste Ankündigungen des Iran, nun bei der Urananreicherung unabhängig zu sein und sein Atomprogramm auf bis zu 50.000 Zentrifugen ausbauen zu wollen, lassen jedoch in der westlichen Welt immer wieder Zweifel aufkommen, dass Iran sein Atomausbauprogramm ausschließlich zu friedlichen Zwecken nutzen will. Westliche Staaten nutzen ihrerseits die iranische Haltung, mit entsprechender Propaganda eine militärische Aufrüstung zu rechtfertigen.
Im April 2006 verkündete Ahmadinejad, dass Iran nun in der Lage sei, Uran zu 3,5% anreichern zu können. Für die Herstellung einer Atombombe zum Beispiel würden jedoch rund 90% benötigt. Wenngleich Iran der Herstellung einer Atombombe einen Schritt näher gekommen sei, könne jedoch rein rechtlich betrachtet die eigenständige Anreicherung von Uran zu zivilen Zwecken nicht verboten werden, wenn dies bei der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEO) angemeldet wird und man sich mit der IAEO auf Kontrollen einigt - was der Iran bereits 2003 getan hat.
Ob nun überhaupt das geplante Atomprogramm Irans tatsächlich der eigentliche Anlass für die internationalen Spannungen ist, die täglich aufs Neue geschürt werden, darf angezweifelt werden. Die Internationale Atomenergie-Behörde hat bis heute jedenfalls keinen Hinweis dafür, dass Iran sein Atom-Programm militärisch nutzen will. Vielmehr darf davon ausgegangen werden, dass die USA sowie auch Israel keinen starken Iran in der Region wollen. Außerdem besitzt Iran einen für die Industriestaaten interessanten Rohstoff: Erdöl. Laut Angaben des US-amerikanischen Oil & Gas Journals lagern in Iran 136 Milliarden Barrel Erdöl - etwa 10% der weltweit vorhandenen Erdölvorkommen - (Stand 01/2007; siehe: Iran Energy Data, Statistics and Analysis). Allerdings ist fraglich, ob diese Angaben der Realität entsprechen, da die Erdölkonzerne aus politischen Gründen die Zahlen gerne schön reden (siehe auch: Wikipedia, Ressourcen).
Weil ausreichend Raffinerie-Kapazitäten fehlen, muss Iran trotz seiner großer Erdölvorkommen Benzin zu Weltmarktpreisen importieren (ca. 170.000 Barrel pro Tag). Die Subventionierung von Benzin belastet den Staatshaushalt mit ca. 12%. Trotz Öleinnahmen in Höhe von 50 Milliarden Euro weist Iran ein großes Haushaltsdefizit auf. Um mögliche Auswirkungen weiterer UN-Sanktionen auf den Staatshaushalt zu entschärfen, rationierte die Regierung von Präsident Ahmadinedschad im Juni 2007 den Kauf von Kraftstoff für jeden privaten Autofahrer auf 120 Liter im Monat, worauf Jugendliche mit wütenden Protesten reagierten (siehe: welt.de, Iraner reagieren sauer auf Benzinrationierung, 27.6.2007).
Die Rationierung wurde 2008 ein wenig aufgelockert. Autofahrer, die mehr als 120 Liter tanken wollten, mussten für jeden weiteren Liter einen viermal höheren Preis an den Zapfsäulen zahlen. Sogenanntes "freies Benzin" wird seit März 2008 für umgerechnet 28 €-Cent angeboten. Das zugeteilte Benzin kostete 7 €-Cent.
Weitere Änderungen:
Im Frühjahr 2009 wurde die monatlich subventionierte Treibstoffration auf 75 Liter gesenkt. Subventioniertes Benzin kostete 9,7 €-Cent/l.
Im Jahr 2012 gibt es noch 60 Liter subventioniertes Benzin zu einem Preis von rund 13 €-Cent/l.
Bei einem weltweiten Verbrauch von rund 87 Millionen Barrel Erdöl/täglich (Stand 2008), sind die USA allein mit einem Bedarf von rund 20 Millionen Barrel/Tag absoluter Spitzenreiter vor China mit etwa 6 Mio. Barrel/Tag (Deutschland 2,7 Mio. Barrel/Tag). Siehe auch: Wikipedia "Erdöl"
Vor den Präsidentschaftswahlen 2009
Nach 30 Jahren islamischer Revolution und 4 Jahren Ahmadinejad herrschen im Iran Arbeitslosigkeit (ca. 30%), Inflation (ca. 25%), Korruption, Drogensucht, ethnische Diskriminierung, Frauendiskriminierung, Menschenrechtsverletzungen, Hinrichtungen, Steinigungen, etc. Bisher ließ sich der Unterdrückungsapparat Dank hoher Einnahmen aus dem Erdölhandel finanzieren. Doch mit dem Einbruch des Erdölpreises ab Herbst 2008 regt sich in der Gesellschaft offen Widerstand gegen die Landespolitik.
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| Die Machthaber antworten auf den Ruf der Menschen nach "Änderung" mit repressiven Maßnahmen. Gemäß dem Programm "Entwurf für Sicherheit in der Gesellschaft" nehmen Spezialeinheiten Menschen fest, die in Verdacht stehen, gegen Landesgesetze vertoßen zu haben, führen sie auf die Straße, schlagen und demütigen sie vor den Augen der Zuschauer, um letztlich die gesamte Gesellschaft in Angst und Schrecken zu versetzen.
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Militärschlag gegen Iran offenbar beschlossene Sache
Pläne, den Iran anzugreifen und mit Hilfe atomarer Sprengköpfe die vermuteten Atomanlagen zu zerstören, gibt es mindestens seit 2005. Eine erste "Deadline" für den Militärschlag war zunächst für Ende März 2006 vorgesehen. Dass es bisher zu keinem Militärschlag gegen Iran kam, heißt nicht, dass die Pläne vom Tisch sind. Die bereits 2002 geschaffene Institution Joint Functional Component Command Space and Global Strike (JFCCSGS) - Kommandostelle für die vereinigten
Komponenten Weltraum und weltweiter Angriff - ist damit betraut, Operationen mit Massenvernichtungswaffen gegen sogenannte Schurkenstaaten (Iran, Nordkorea) durchzuführen. Die operative Umsetzung eines solchen Schlages wird Concept Plan (Conplan) 8022 genannt.
Anfang Juni 2008 droht Israels Vizeregierungschef Schaul Mofas mit einem Militärangriff (6.6.08). Mofas sieht keine Alternative zu einem Militäreinsatz, um Irans Atomprogramm zu stoppen.
Siehe auch:
Attac: Atomkrieg gegen den Iran
The Threat of a Nuclear War - by General Leonid Ivashov
Untergang in 7 Phasen
Krieg gegen Iran unvermeidbar?
Bei dem als "geheim" geltenden Treffen der Triliteralen Kommission (TK) im Hotel Four Seasons in Dublin (7. bis 10. Mai 2010) war das TK-Mitglied Mikhail Slobodovsici (Chefberater der russischen Regierung) ungeahnt offen. In der Annahme, mit einem TK-Kollegen zu sprechen, sagte er zu Alan Keenan, einem Mitarbeiter von WeAreChange.org u.a. folgende Worte:
»[...] "We are deciding the future of the world ... We need a world government," he said, but, referring to Iran, he said "we need to get rid of them."[...]«
In den 1990er Jahren sprachen sich TK als auch Bilderberger dafür aus, eine Weltregierung bis zum Ende des Jahres 2000 etabliert haben zu wollen. Nun war man bei diesem TK-Treffen in Dublin einigermaßen frustriert. Wie ein Teilnehmer meinte, sei das Ziel in weite Ferne gerückt. Schuld sei der zunehmende Nationalismus in den Staaten, die gegenüber internationalen Organisationen verstärkt ihre Souveränität behaupten. Außerdem fragt man sich, wie es möglich war, dass mittlerweile so viele Menschen über all ihre Pläne Bescheid wüssten, so Zeugen im Hotel.
Zitat: americanfreepress.net, Jim Tucker, 26. Mai 2010
Siehe hierzu auch: wearechangeaustria.wordpress.com, 18. Mai 2010, Trilaterale Kommission – Krieg gegen den Iran
Siehe auch:
»[...] David Rockefeller was in Dublin for the annual meeting of the Trilateral Commission. We were there all day and managed to catch a glimpse of the globalist scumbag.[...]«
Aus: We are Change Ireland, 10. Mai 2010, Scumbag Rockefeller gets a nice warm welcome from the Irish (Videos)
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Kriegsvorbereitungen gegen Iran (Juli/August 2010)
Siehe:
www.hintergrund.de, 28. Juni 2010
Obama bereitet die Bombardierung des Iran vor, 11. August 2010
www.saarbreaker.com, 6. Juni 2010
Israel bestellt Unmengen an Treibstoff
Wie die US-amerikanische Defence Security Cooperation Agency (DSCA) Anfang August mitgeteilt hat, hat Israel Treibstoff in der Größenordnung von 2 Milliarden US-$ bestellt, mit der die rund 450 israelischen Kampfjets etwa »145'000 einzelne Flüge durchführen, oder bei drei Flügen pro Tag über 100 Tage lang Krieg führen« können.
Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch, 27. August 2010
Mai 2011: Vorbereitungen für den Angriff gegen Iran laufen auf Hochtouren
www.infokriegernews.de, 2. Mai 2011 bezogen auf Quelle: www.presstv.ir, Israeli jets prepare in Iraq to strike Iran
3. Weltkrieg ?
»[...] Es beginnt mit Israel, das den Iran angreift.[...]«
Zitiert aus: projectcamelot.org, die "Angelsächsische Mission"
Buschehr: Erstes Atomkraftwerk geht in Betrieb
Am 21. August 2010 wurde damit begonnen, den Reaktor in Buschehr mit Brennstoff zu bestücken.
Nach einem Probelauf im Mai 2011, nahm das erste iranische Kernkraftwerk "Buschehr" im September seinen Betrieb auf. Das mit russischer Unterstützung aufgebaute AKW läuft zunächst mit 40 Prozent seiner Gesamtkapazität. Im November sollen dann die vollen 1000 Megawatt ins Stromnetz eingespeist werden.
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Dezember 2011: Time to Attack Iran !
Der Council on Foreign Relations (CFR), bekannt dafür, dass er die Außenpolitik der USA und anderer westlicher Länder wesentlich bestimmt (siehe USA), hat auf seiner Homepage ein Essay veröffentlicht (Januar/Februar 2012), worin Matthew Kroenig (Berater der CFR im Bereich nuklearer Sicherheit, u.a.) ausführt, warum es an der Zeit sei, den Iran jetzt anzugreifen.
Siehe: www.foreignaffairs.com, Time to Attack Iran
Siehe auch: alles-schallundrauch.blogspot.com, Es ist Zeit den Iran anzugreifen, 29.12.2011. Hier wird Bezug auf den CFR-Essay von Kroenig genommen. So sagt der Autor des Blockeintrags ("Freeman"), dass man das was Kroenig schreibt sehr ernst nehmen muss, ist er doch jemand der die Kriegspolitik der USA mitbestimmt. Zitat: »[...] Wir müssen davon ausgehen, was Matthew Kroenig vom CFR sagt wird tatsächlich im Pentagon und im Weissen Haus ernsthaft diskutiert und sogar geplant. Sonst würde so ein Vorschlag nicht von ihnen in die Öffentlichkeit gebracht. [...]«
Seit 24. Dezember 2011: Manöver im Persischen Golf
27. Dezember 2011: US-Gericht gibt dem Iran Mitschuld an 9/11
Der 11. September 2001 aus Sicht von Präsident Ahmadinedschad
23. September 2010. Ahmadinedschads Rede bei der UN-Generaldebatte (UN-Armutsgipfel in New York) sorgte für einen "Eklat". Dabei hat er nur gesagt, was ohnehin kein Geheimnis mehr ist: Die USA haben die Anschläge auf das World Trade Center inszeniert.
Siehe auch: Informationen und Hintergründe zum Anschlag vom 11. September 2001. Dass diese Anschläge eine von Teilen der damaligen US-Regierung (mit Hilfe in- und ausländischer Geheimdienste) durchgeführte "false flag operation" war, lässt sich aufgrund der erdrückenden und plausiblen Beweise, dass z.B. die Türme vom World Trade Center mit Sprengstoff zum Einsturz gebracht wurden etc., kaum leugnen.
Siehe auch: alles-schallundrauch.blogspot.com, Wechselt die Seite bevor es zu spät ist, 24.09.2010
5. Januar 2012: Tausende US-Soldaten werden nach Israel verlagert
Übersetzung: Ohne viel Beachtung durch die Medien, sind Tausende von amerikanischen Truppen nach Israel verlagert worden, und iranische Beamte glauben, dass dies die neueste und krasseste Warnung sei, dass die USA bald Teheran angreifen werden.
Quelle: rt.com, Thousands of US troops deploying to Israel, 05 January, 2012
5. März 2012: Israel will Iran auch ohne Zustimmung der USA angreifen
Noch Mitte Februar sagte der US-Verteigungsminister Leon Edward Panetta vor dem Kongress, dass es KEINE Hinweise gebe, dass Iran Atomwaffen baue oder den Bau von Atomwaffen plane. Dessen ungeachtet sprach sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am 5. März im Weißen Haus für einen baldigen Angriff auf Irans Atomanlagen aus. Man wolle in Israel nicht warten, bis die Geheimdienste Mossad und CIA meldeten, dass Iran eine Atombombe habe. Dem wolle Israel zuvorkommen und sein Recht auf Selbstverteidigung geltend machen. US-Präsident Obama vertritt offiziell eine moderatere Haltung. Vor der jüdischen Interessensorganisation AIPAC sagte er, dass Iran noch keine Atomwaffen habe und dass man die Wirkung der Sanktionen abwarten wolle. Doch auch ohne Zustimmung der USA, würde Israel einen Angriff im Alleingang wagen. Sollte es dazu kommen, würden sich auch die USA daran beteiligen. Israel und die USA seien eine Schicksalsgemeinschaft und säßen im selben Boot, so Netanjahu.
Unterdessen werden die Warnrufe gegen einen Irankrieg immer lauter. So haben z.B. ehemalige US-Militärs und Geheimdienstexperten am 5. März ein Inserat geschaltet, worin sie Obama dazu aufrufen, NEIN zu einem Irankrieg zu sagen.
Siehe:
www.aljazeera.com, Iran undecided over nuclear bomb, 17.02.2012
alles-schallundrauch.blogspot.com, Ranghohe US-Militärs schalten Inserat gegen Irankrieg, 6. März 2012
April 2012: Der israelische Generalleutnant Benny Gantz, Stabschef der Israel Defense Forces (IDF) sagte am 25. April 2012 in einem Interview mit der Zeitung "Haaretz": »[...] I do not believe Iran will decide to develop nuclear weapons.[...]«
Übersetzung: Ich glaube nicht, dass der Iran entscheiden wird, Atomwaffen zu entwickeln.
Zitat: www.haaretz.com, 25. April 2012
17. Mai 2012: Wie der US-Botschafter in Israel, Dan Shapiro, mitteilte, sei das Militär "bereit" für einen Angriff auf Iran. Die Vorbereitung für entsprechende Pläne seien längst abgeschlossen.
Siehe auch: principiis-obsta.blogspot.se, Plant Israel, den Iran "noch vor den US-Wahlen" anzugreifen? 1. September 2012
YouTube: Pläne für Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen und AKW - 25.9.12
September 2012: USA und 30 verbündete Staaten im Persischen Golf
Unter Leitung des US-Zentralkommandos hat am 16. September ein großangelegtes Seemanöver im Persischen Golf. »[...] In der Übung International Mine Countermeasures Exercise (IMCMEX) werden u.a. Jagd-Operationen, Anti-Minen-Einsätze mit Hubschraubern, internationale Kampfmittelbeseitigung, sowie Operationen mit kleinen Booten gegen improvisierte Sprengsätze durchgeführt. Aber auch die US-Flugzeugträger "Enterprise", "Dwight Eisenhower" und "John C. Stennis" befinden sich vor Ort.[...]« Das iranische Außenministerium und Marineführung betonten unterdessen demonstrativ die Kriegsbereitschaft des Landes.
Zitat: www.berlinerumschau.com, Iran droht mit Kräften "außerhalb der Vorstellungskraft unserer Feinde", 19.09.2012
"False Flag Operation" geplant ?
Ein Iran-Krieg könne am besten mit einer "false flag operation" in die Wege geleitet werden, d.h. jemand anderes startet eine aggressive Aktion, die dann die Rechtfertigung für den Kriegsbeginn liefert (wie einst für den Vietnamkrieg der inszenierte Vorfall im Golf von Tonkin). Patrick Clawson von der US-Denkfabrik Washington Institute for Near East Policy kennt offenbar keinerlei Skrupel. Unerhört wie offen diese Strategie vorgetragen wird:
YouTube Video, Washington Institute fordert Anschlag unter falscher Flagge um Krieg mit dem Iran zu beginnen, 25.09.2012
November 2012: Eskalation zwischen Hamas und Israel
Am 14. November wurde der Kommandeur der Izz ad-Din al-Qassam-Brigaden (militärischer Arm der Hamas), Ahmad al-Ja'bari, bei einem israelischen Raketenangriff auf den Gazastreifen getötet. Dieser Vorfall bringt nun beide Seiten an den Rand eines möglichen neuen Krieges.
Israels Inlandsgeheimdienst "Shin Bet" bestätigte, den Angriff durchgeführt zu haben. Wie es heißt, wurde Ja'bari wegen seiner "jahrzehntelangen terroristischen Aktivitäten" getötet, gleichzeitig habe man mit dieser Operation die Kommando- und Kontroll-Kette der Hamas-Führung stark beeinträchtigt.
Am 15. November flogen etliche Raketen vom Gaza-Streifen auf israelisches Gebiet, die wiederum von israelischen Angriffen erwidert wurden. Erstmals seit 1991 gab die israelische Regierung Luftalarm für Jerusalem, wenig später gab es auch Luftalarm für Tel Aviv. Tausende israelische Reservisten-Soldaten werden derzeit auf einen Einsatz vorbereitet. Die Hamas soll vollständig zerschlagen werden. Die Bevölkerung Israels solle sich auf einen siebenwöchigen Kampf einstellen.
Ägyptens Präsident Mursi, der der Muslimbruderschaft nahe steht, unterstützt die Hamas und bezeichnete die getöteten Palästinenser als Märtyrer. Als symbolische Geste hat Ägyptens Premierminister Kandil den Gaza-Streifen besucht.
Tausende Menschen in Ägypten und Iran protestieren gegen die israelischen Raketenangriffe. Iran hat sich klar hinter die Hamas und hinter Palästina gestellt. Was nun noch fehlt ist die seit Längerem angedachte "False Flag Operation", wie z.B. ein Angriff auf Israel, den man dann Iran in die Schuhe schieben kann, um den lang ersehnten Krieg gegen Iran beginnen zu können.
Siehe auch: occupiedpalestine.wordpress.com, Blogg
Juni 2013: Der moderate Kleriker Hassan Ruhani ist neuer Staatspäsident
Die Präsidentenwahlen am 16. Juni 2013 gewann der 64-jährige Reformpolitiker Hassan Ruhani mit mehr als 50 Prozent der Wählerstimmen (Wahlbeteiligung 72 Prozent). Wenngleich die eigentliche Macht im Staate der Oberste Rechtsgelehrte Ali Chamenei hat, glaubt man, dass sich in Iran einiges zum Positiven verändern wird. Im November 2013 wird berichtet, dass die strenge Kleiderordnung gelockert worden sei. Die Moral-Polizei (Gashte Ershad) wache nicht länger darüber, wie Frauen und Männer sich kleiden (siehe hierzu: Präsident Rohanis Musik-Video, 29.11.2013). Wie mir von Iranern jedoch versichert wurde, handle es sich bei dieser Meldung allenfalls um eine gutgemeinte Ankündigung, die bislang aber keine Rechtskraft hat.
November 2013: Entspannung im Konflikt um Irans Atomprogramm
Die Regierungen der USA und des Iran erzielen eine Einigung im Atomstreit. Bedingt durch die aktuelle Entspannung des Konflikts werden nun auch die Wirtschafts-Sanktionen gegen Iran von den westlichen Staaten gelockert. Sofort reagiert die Börse: der Erdölpreis fällt. Außerdem wird ein weiterer Zerfall des Goldpreises erwartet. Das Geschäft mit dem Iran kann nun wieder anlaufen. Diese aktuelle Entspannungpolitik wird jedoch nicht von allen - wie z.B. Israel - begeistert gewertet.
März 2014: Israel will Iran noch in 2014 angreifen
Israels Premier Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Moshe Ya'alon haben die Armee beauftragt, die Vorbereitungen für einen militärischen Schlag gegen Irans Atomanlagen fortzusetzen. Hierzu wurden 10 Milliarden Shekels (2,9 Mrd. US-$) bewilligt.
Siehe: haaretz.com, Netanyahu orders IDF to prepare for possible strike on Iran during 2014, 19. März 2014
14. Juli 2015: Einigung im Atom-Streit
Nach 13 Jahren zäher Verhandlungen wurde nun der Streit um das iranische Atomprogramm mit den USA und seinen Verbündeten beigelegt. Es kam zu einer für (fast) alle Seiten annehmbaren Einigung. Der Ministerpräsident von Israel, Netanjahu, hält diese Einigung allerdings für einen historischen Fehler. Hier ist man der Meinung, dass der Iran gefährlicher sei als der IS (Islamic State). In den USA wird von israelischer Seite entsprechend Druck auf den US-Kongress gemacht, nicht für den "Atom Deal" zu stimmen. Der israelische Einfluss in den USA ist groß. Und so ist es kein Wunder, wenn von US-Seite verlautet wird, dass man sich trotz der Einigung mit Iran weiterhin uneingeschränkt hinter Israels Sicherheitsinteressen stelle. Israels Kritik und "Ängste" werden dann mit einer Aufstockung des Militärbudgets kompensiert und die Angriffsrhetorik gegen Iran bleibt aktiv. Wie auch immer, nun sollen die seit vielen Jahren geltenden Sanktionen weiter zurück gefahren werden. Am 14. Juli sank der Erdölpreis auf 51,80 US-$/Barrel.
Zur Begründung der Haltung Israels bezüglich der Einigung im "Atomstreit" mit Iran
Verteidigungsminister Moshe Ya'alon begründet die ablehnende Haltung Israels bezüglich der Einigung mit Iran im Interview mit der Zeitschrift DER SPIEGEL (33/2015, S.89). Nach seinen Worten würde das Abkommen Iran erlauben, in militärischer Hinsicht ein nuklearer Schwellenstaat zu sein. Iran werde in etwa zehn Jahren ohne Einschränkung Uran anreichern dürfen. Israel könne aber unter keinen Umständen einen Iran mit Nuklearwaffen tolerieren. Ein weiteres Problem sei, dass der Iran mit der Umsetzung des Abkommens wieder Zugriff auf die "eingefrorenen" 100 Milliarden US-Dollar hätte. Das Geld würde die iranische Wirtschaft ankurbeln, es würde aber auch den Export der iranischen Revolution ermöglichen. Iran werde Organisationen wie Hisbollah, Hamas und den Islamischen Dschihad finanziell genauso unterstützen wie die Huthis in Jemen und die Schiiten in Bahrain und Saudi-Arabien. Iran werde die Aktivitäten verstärken und ihre Terrorstrukturen ausbauen. Beim Iran handle es sich um ein apokalyptisches, messianisches Regime, dessen Ziel ein schiitisches Großreich sei. Im Iran, wo immer noch Menschen auf öffentlichen Plätzen aufgehängt werden, werde es keinen Frühling geben.
Imam Chamene'i: In 25 Jahren wird es Israel nicht mehr geben
Tatsächlich hat Imam Chamene’i im Rahmen einer Rede im September 2015 gesagt:
»[...] "Nach den Atomverhandlungen hat das zionistische Regime verlautbart, dass sie sich die nächsten 25 Jahre keine Sorgen mehr um Iran machen müsse. Ich sage dazu: Erstens werden sie (das zionistische Regime) keine 25 Jahre mehr miterleben. So Gott will, wird von dem zionistischen Regime nichts übrig bleiben in den nächsten 25 Jahren. Zweitens wird bis dahin die Anstrengung und die heldenhafte und aufopferungsvolle Moral (der Muslime) die Zionisten keinen Moment in Ruhe lassen."
Hintergrund der Aussage war, dass im Atomabkommen einige Vereinbarungen stehen, die tatsächlich auf 25 Jahre ausgelegt sind. Nimmt man Imam Chamene’is Aussage ernst, dann wird es erheblich weniger als 25 Jahre dauern, bis das Apartheidsregime zusammenbricht, denn in 25 Jahren soll nach obiger Aussage ja nichts mehr übrig sein, und das geht bekanntlich nicht von heute auf morgen.[...]«
Zitat: muslim-markt-forum.de, von Yavuz Özoguz , 16.09.2015
Diverse Randereignisse:
November 2012: Urananreicherungsanlage Fordow - südwestlich von Teheran - ist vollständig ausgerüstet. Mit dieser unterirdischen Anlage kann Uran auf 20 Prozent angereichert (d.h. Isotop U 235) werden, was für die Herstellung medizinischen Materials notwendig ist. Für die Herstellung einer Atombombe zum Beispiel würden jedoch rund 90% benötigt.
11. Januar 2012: Bomben-Attentat auf Chemiker der Urananreicherungsanlage Natans
Siehe: alles-schallundrauch.blogspot.com, Bangkok-Attentäter sind Exil-Iraner von der MEK, 20. Februar 2012
Dezember 2011: US-Aufklärungsdrohne abgefangen
Eine US-Drohne, die im Auftrag des CIA über Iran spioniert haben soll, ist angeblich vom Iran abgefangen worden. Iran will nun selbst derartige Drohnen herstellen.
Ende November 2011: Studenten stürmen die britische Botschaft in Teheran
Ende November 2011 stürmen iranische Studenten die britische Botschaft in Teheran, wie es heißt aus Protest gegen die verschärften Sanktionen gegen Iran. Daraufhin wird von Großbritannien der Botschafter aus Teheran abgezogen und die Botschaft geschlossen. Die iranischen Diplomaten mussten innerhalb von 48 Stunden Großbritannien verlassen, woraufhin auch Iran die britischen Diplomaten ausgewiesen hat. Aus Solidarität mit Großbritannien zogen weitere Staaten ihre Botschafter aus Iran ab, darunter Deutschland (die deutsche Schule war ebenfalls vom Angriff betroffen), Frankreich und die Niederlande.
12. November 2011: Militäranlage westlich von Teheran komplett zerstört
WikiLeaks enthüllt -- Berichte aus dem US-Verteidigungsministerium
Wie die Ende November 2010 veröffentlichten Wikileaks-Dokumente aufzeigen, führte Israel vertrauliche Gesprächen mit Saudi Arabien bezüglich Überflugrechte für den Angriff gegen Iran und dem Aufbau einer geheimen Militärbasis auf saudischem Territorium. Ein Dokument vom März 2009 verdeutlicht, dass es zwischen der Regierung Olmert und dem saudischen Königshaus sehr gute persönliche Beziehungen gegeben hat, was allerdings nie öffentlich erklärt wurde. Selbstverständlich erfuhr die Öffentlichkeit auch nichts davon, dass der König von Saudi Arabien seinen Nachbarn Iran nicht ausstehen könne.
Laut einem weiteren Dokument aus dem Jahr 2009, habe der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak mit warnenden Worten einer offiziellen US-amerikanischen Besuchergruppe die Dringlichkeit eines möglichst baldigen Angriffs auf Iran nahegebracht. Er sagte, ein Angriff auf die iranischen Atomanlagen sei nur bis Ende 2010 möglich. »[...] Danach wäre "das Resultat jeder militärischen Lösung wegen dem Kollateralschaden unakzeptabel." Wahrscheinlich bezog er sich auf die radioaktive Verseuchung, die durch eine Zerstörung der Atomkraftwerke entstehen würde und er drängte die US-Delegation den Angriff sofort zu machen.[...]«
Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Die Wikileaks-Dokumente über Israel
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Literatur
Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.630 f.
Persisch für Anfänger:
Dr. Asya Asbaghi, Iranerin, Buchautorin und erfahrene Lehrerin erteilt Unterricht in
Persisch für Anfänger und Fortgeschrittene - Erwachsene und Kinder
Tel.: 030-832 29 815
E-Mail: [email protected]
Literatur von Dr. Asbaghi:
Persisch für Anfänger. Veröffentlicht im August 2010. "Persisch für Anfänger" vermittelt einen Grundwortschatz sowie die elementaren grammatischen Regeln der modernen persischen Sprache. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich...
Großes Wörterbuch Persisch-Deutsch. Veröffentlicht im September 2007. Das Wörterbuch umfasst rund 50.000 Einträge und enthält den Wortschatz der modernen persischen Sprache...
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www-Links( = Seiten von MUZ)
(von 2007, dennoch: !!!) Wirtschaftskrise und Zusammenbruch des gegenwärtigen Systems - 7 Phasen (pdf)
Religionen im Iran, Fotos
Islam
Rainers Blog: Homosexualität & Homophobie
Islamisches Menschenrechtsverständnis
Iranische Botschaft in Berlin
Sprachen im Iran - Languages of Iran
Iran Daily Newspaper
CIA Factbook - Iran
Zoroastrismus - Zarathustra
Uni Teheran

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