Willkommen in Thailand

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Offizieller Name: Königreich Thailand
Hauptstadt: Bangkok (Krung Thep)
Fläche: 513.115 km²
Landesnatur: Im S Malakka-Halbinsel, nördlich Schwemmlandebene des Menam, anschließend hinterindische Gebirgsketten, im O Khoratplateau
Klima: Tropisches Monsunklima
Hauptflüsse: Mekong, Menam
Höchster Punkt: Doi Inthanon 2595 m
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: König
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 5 Regionen, 75 Provinzen
Parlament: Zweikammerparlament mit Senat (200 Mitglieder) u. Repräsentantenhaus (500 Mitglieder); Wahl alle 4 Jahre
Nationalfeiertag: 5. Dezember
Einwohner: 60.856.000 (1999); 67.091.089 (geschätzt Juli 2012)
Bevölkerungsdichte: 119 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 22% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 26% (1999)
Analphabetenquote: 4% (1999)
Sprache: Thai (Amtssprache), Malaiisch, Englisch
Religion: Buddhisten 95%, Moslems 4%
Importgüter: Maschinen, Transportmittel, Nahrungsmittel, industrielle Vorprodukte, Erdöl und -erzeugnisse, chemische Erzeugnisse
Exportgüter: Maschinen, Transportmittel, Reis, Mais, Tapioka, Gemüse, Zinn, Kautschuk, Jute, Teakholz, Hightech-Produkte

Fast jeder Reisende mit Ziel Südostasien wird auf seinem Weg in Thailands Hauptstadt Bangkok landen. Ihr Flughafen ist die Drehscheibe für alle Ziele jener Region. Über fünf Millionen Einwohner pfercht die Stadt in ihrem fast endlosen Gewirr von Hochhäusern, thailändischen Holzbauten und rostigen Wellblechhütten der Slums zusammen.
Für die einen Endstation, für andere Ort des Aufbruches und wirtschaftliches Mekka, ist Bangkok, einst vielgepriesenes "Venedig des Ostens", auf unnachahmliche Weise eine Stadt der Gegensätze. Hier werden die Geschäfte und die Politik gemacht, hier laufen die Fäden des blühenden Rauschgift- und Frauenhandels zusammen, hier glänzt als der Welt bestes Hotel das "Oriental" in üppiger kolonialer Architektur, während weiter flussaufwärts die Pfahlbauten der Ärmsten modern. Der Verkehrsinfarkt hat die Stadt längst heimgesucht, der Müllkollaps droht, die Luft ist tropisch-heiß, feucht und verpestet, und die schwimmenden Märkte auf Bangkoks zahllosen Kanälen schaukeln kaum mehr malerisch durch das brackige Wasser.
Aber Bangkok ist auch das Zentrum buddhistischer Tradition, und durch das hektische Treiben der modernen Weltstadt leuchten die hohen roten Tempeldächer, die einst die Silhouette der Stadt prägten. Klöster und Paläste zeugen in ihrer farbenprächtigen und filigranen Architektur von ältester Kultur, in deren traumschönen Gärten Meditation, Mönchsritual oder monarchisches Zeremoniell auch heute ihre idealtypische Kulisse finden.

Hier finden auch die weitverbreiteten Vorstellungen vom alten Siam ihre Bestätigung, jener fernöstlichen Märchenatmosphäre mit farbenprächtigen Palästen, anmutigen Frauen und einzigartiger Tropenlandschaft. Der undurchdringliche Regenwald, der einst weite Teile des Landes bedeckte, die Millionen Baumriesen, von Schlingpflanzen umflochten und von Orchideen gekrönt, ist jedoch vom Raubbau bedroht.
Tiger, Leoparden und Krokodile sind schon seit langem der Jagdleidenschaft zum Opfer gefallen oder nur noch in unberührten Reservaten aufzufinden. Die malerischen Tropenstrände mit den vorgelagerten grandiosen Riffen wurden stellenweise bereits durch einen blindwütigen Tourismus verdorben. Das 20. Jahrhundert hat seine Spuren hinterlassen, das gilt in gleicher Weise für das Land und seine Strände wie für seine Menschen. Doch noch trotzen älteste Kulturstätten der Überfremdung durch westlichen Übermut, noch ist der Buddhismus für die Thai kein Relikt aus der Vergangenheit, sondern ist bis in die Gegenwart hinein Alltag geblieben, und noch scheint das allgegenwärtige Lächeln in den Gesichtern ein Ausdruck echter mitmenschlicher Zuwendung zu sein. In Thailand liegen Tradition und Veränderung dicht beieinander, und wer mit allen seinen Sinnen wahrnimmt, wird all die widersprüchliche Vielfalt dieses südostasiatischen Landes finden.

Oktober 2011: Seit Juli anhaltender Monsunregen löst größte Hochwasserkatastrophe seit 5 Jahrzehnten aus



Am 26. Oktober 2011 wird damit gerechnet, dass auch das Geschäftsviertel der Stadt überflutet wird. Wie Ministerpräsidentin Shinawatra verlauten ließ, werde Bangkok vier Wochen lang überschwemmt bleiben.

Land und Bevölkerung

Landesnatur
Der eigenwillige äußere Umriss von Thailand erinnert an einen Elefantenkopf mit Rüssel. Die Ebene des Menam, das Khoratplateau und der gebirgige Norden lasten massiv auf dem schmalen Landstreifen, der die Andamanensee vom Chinesischen Meer trennt.
Das nördliche und westliche Bergland wird von dem südlichen Ausläufer des jungen Faltengebirgssystems, des Himalaya, gebildet. Zwischen die südlich streichenden Gebirgsketten, die vom Norden vielfach Höhen von 2000 m überschreiten, sind zahlreiche Becken in unterschiedlichen Höhenlagen eingesenkt. Diese Becken werden von mäandrierenden Flussläufen durchzogen, die sich jeweils am Beckenende über Stromschnellen hinweg ins nächste Becken ergießen.
Im westlichen Teil des Berglandes trennen steile, tief eingeschnittene, meridional verlaufende Stromtäler mehrere schmale Bergzüge voneinander, die im 2595 m hohen Doi Inthanon ihren höchsten Gipfel erreichen. Die Gipfellinie der Hauptkette bildet einen Großteil der Grenze zwischen Thailand und Myanmar und setzt sich nach Süden bis auf die Malakka-Halbinsel fort. Dort wo ihre strahlenförmig versetzten Bergketten bis dicht an das Wasser der Andamenensee streichen, sind zahlreiche kleine und größere Inseln der Küste vorgelagert. Die Golfseite hingegen ist eine flache Ausgleichsküste, die sich durch die Schwebstoffe der in den Golf von Thailand mündenden Flüsse weiter ausdehnt.
Die Mehrzahl der im Norden entspringenden Flüsse vereinigen sich auf ihrem Weg nach Süden zum Menam. Als Hauptstrom und Lebensader durchfließt er das rund 400 km lange und bis zu 150 km breite zentrale Tiefland, eine flache Aufschüttungsebene, die hufeisenförmig von dem Gebirgsland umschlossen wird, bevor er mit einem ausgedehnten Delta im Golf von Thailand mündet. Aufgrund des geringen Gefälles wird die riesige Deltaebene in der Regenzeit nahezu vollständig überflutet.
Die Landschaft Ostthailands wird vom Khoratplateau bestimmt - einem flachen, 200 bis 300 m hohen Becken, dessen aufgebogene Ränder Höhen bis zu 1000 m erreichen.
Das Klima ist tropisch-heiß und wird von den Monsunwinden geprägt. Der Monsun sorgt ein halbes Jahr für Regen, die andere Hälfte für Trockenheit, aber Dürre ist genauso selten wie Kälte. Von Natur und Klima begünstigt, hat sich in Thailand eine üppige Fauna und Flora entwickelt. Die einst großflächigen tropischen Regenwälder sind zunehmend dem Raubbau zum Opfer gefallen, und die Monsunwälder im Inneren des Landes sind durch die Ausdehnung von Kulturland zurückgedrängt worden. Nur die Naturschutzgebiete vermitteln heute noch die ungetrübte Pracht des Dschungels.

Die Thai
Der Kernraum Thailands ist das zentrale Tiefland mit einer überaus fruchtbaren, intensiv genutzten Deltaebene, der sogenannten Reiskammer Thailands. Hier ist die Heimat der Thai, die mit rund 80% ethnisch dominieren. Die stärkste Bevölkerungsdichte weist die Region um Bangkok auf. Hier wie in den deutlich kleineren Städten lebt Thailands größte Minderheit - die Chinesen. Teils assimiliert, teils ihre eigene Identität bewahrend, beherrschen sie als Händler und Geschäftsleute das wirtschaftliche Leben. Nur noch 1% der Gesamtbevölkerung stellen die Bergstämme des Nordens. In den unzugänglichen Dschungelhöhen haben sie in der Abgeschiedenheit ihre ureigenste Kultur bewahrt.

Tsunami-Katastrophe 2004

Eine Tsunami-Welle, ausgelöst durch ein Seebeben im Indischen Ozean, überrollte am 26. Dezember 2004 insbesondere Phuket und Phi Phi. Sie hinterließ auf ihrem zerstörerischen Weg eine erschreckende Verwüstung mit einigen tausend Toten und Verletzten.

Google Links:  Thailand Tsunami    Bilder: Thailand Tsunami    Tsunami 2004   

Thailands Norden bewahrt Alltagsleben, Rituale und Kultur Indochinas, und dort, wo er zugänglich ist, gewährt er dem Reisenden Einblick in das Leben des Fernen Ostens. In den Dörfern blüht überlieferte Handwerkskunst, und die Frömmigkeit in den Tempeln ist noch echt. In und um Chiang Mai hat die Religion mit ihren Tempelbauten und Klöstern älteste Zeugnisse hinterlassen. Buddhistische Ordnung bestimmt auch heute das Bild von Stadt und Land, wenn die Mönche zum Opfergang ausschwärmen oder wenn eines der farbenprächtigen Feste des östlichen Kalenders Dörfer und Stadt überschwemmt.
Im Süden Thailands, wo der "Rüssel" des Landes sich am Ende Malaysia nähert, verläuft die Kulturgrenze zwischen Buddhismus und Islam. Und wenn auch Allah als Gott einer kleinen Minderheit der Thai kaum gegen Buddha antreten könnte, so unterscheidet sich die Malakka-Halbinsel doch deutlich von der Tradition des Nordens. Der Küstenstreifen ist das Land der Touristen: im Westen die Insel Phuket als Mekka westlicher Strandläufer, im Osten die Urlaubindustrie an Stränden, an denen zuerst die Vietnam-Soldaten lagerten und seitdem Heere von Zivilisationsflüchtlingen campieren. Die Hotelanlagen gleichen Ghettos, die ihre Gäste vor Thailand schützen, die Thai aber nicht vor deren Unsitten.

Seit 2004 herrscht im Süden des Landes ein blutiger Krieg. Gegner des staatlichen Militärs sind islamische Extremisten, Separatisten, Schmuggler und vereinzelt Drogenbanden. Der Kampf gegen sie ist von ernüchternder Erfolglosigkeit gekennzeichnet. Dieser Konflikt lässt sich bis Anfang des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Die alten fünf südlichen thailändischen (Pattani, Yala, Narathiwat, Songkhla und Satun) und die alten drei nördlichen malaysischen Regionen (Kelantan, Terengganu und Nord-Kedah) bildeten einst das eigenständige Sultanat Pattani bis es 1809 durch Siam in sieben Provinzen zerschlagen wurde. Die alte Sultansfamilie behielt zwar die Herrschaft, aber die Verwaltung ging nach Bangkok. Erst 1902 wurde Pattani von Siam offiziell annektiert. 1909 ging der südliche Teil Pattanis an Großbritannien. Ab 1933 wurden die thailändischen Gebiete Pattanis in 3 Regionen zusammengefasst: Pattani, Yala und Narathiwat. Während des 2. Weltkriegs wurde den Pattani-Separatisten von Großbritannien - im Falle eines Sieges - ein eigenständiger Staat Pattani zugesagt. Doch nach dem Sieg über Nazi-Deutschland und dem verbündeten Japan, das wiederum mit Thailand verbündet war, wurde das Versprechen nicht eingelöst. Die Separatisten im Süden, in dem zwischen 70 und 90 Prozent der Menschen Muslime sind, berufen sich auf dieses alte Versprechen und auf das alte Sultanat Pattani. Bis auf wenige ruhige Jahre in den 1980er Jahren fand diese von Touristen gern besuchte Region bislang keinen Frieden.
Siehe: History of Pattani

Jede Darstellung der Menschen in Thailand wäre unvollständig, würde man nicht auch ihre Mentalität erwähnen. Der Schlüsselbegriff zu ihrem Verständnis ist: "Mai pen ari", "Das macht nichts" - und dazu ein strahlendes Lächeln. Die scheinbare Unbeschwertheit und Gelassenheit, mit der so manches Problem geduldig ertragen wird, hat seine Wurzeln im Buddhismus, der nicht primär auf individuellen Ehrgeiz setzt, sondern lediglich auf ein irdisches Auskommen auf dem Weg durch viele Leben zum erlösenden Nirwana.
Das Lächeln lässt sich hingegen nicht so einfach erklären, denn nicht immer ist es Ausdruck für menschliche Zuneigung. Es kann auch Angst, Scham oder die Vertreidigung des eigenen Selbstbewusstseins bedeuten.

Geschichte und Kultur

Der offizielle Name Thailands "Prathet Thai" bedeutet "Land der Freien". Zwar war es eine der vielen Militärregierungen, die das einstige Siam 1939 umbenannte, doch hatte der Name zu jener Zeit seine historische Berechtigung. Im Verlauf seiner Geschichte konnte der Staat weitgehend seine Unabhängigkeit wahren und geriet auch nicht unter koloniale Herrschaft. Dies dankt das Land vor allem dem Geschick seiner Könige, die es immer verstanden, sich mit den Mächtigen so zu verbünden, das sie ihre eigene Freiheit behielten. So ist die thailändische Geschichte vor allem eine dynastische Geschichte, in der die Kultur früherer Reiche aufgegangen ist.

Frühgeschichte und Königreich
Schon im 14. Jahrundert vor Christus war Nordthailand von einer vermutlich negroiden Bauernschaft besiedelt, die sich bereits auf die Kultivierung von Reis uund Feldfrüchten verstand. Die nachrückenden Mon-Völker brachten mit ihrer Bewässerungstechnik auch mehr Unabhängigkeit von den Monsunregen und somit mehr Wohlstand. Sie schufen damit die Basis für die Ausbildung ihrer indisch geprägten Kultur. Nur wenig ist von der Kunst der Dvaravati-Periode sichtbar erhalten geblieben.
Mit dem Übergreifen der Khmer-Herrschaft aus dem heutigen Gebiet Kambodschas auf Ostthailand neigte sich die Dvaravati-Periode langsam dem Ende zu. Der Fortbestand des Khmer-Reichs, das zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert seine größte Bedeutung erlangte, wurde seinerseits zunehmend durch das Vordringen der Thai aus Südchina gefährdet.
Bei ihren bereits seit mehreren Jahrhunderten anhaltenden Wanderungsbewegungen überlagerten und assimilierten die Thai die Kulturen der Mon und der Khmer und die von Birma beeinflussten Völker.

Sie gründeten mehrere unabhängige Fürstentümer, die König Indvaditya Mitte des 13. Jahrhunderts geschickt zu vereinigen wusste. Das unter seinem Sohn Rama Kampheng zu machtvoller Blüte geführte Reich erstreckte sich von Vientiane im Osten bis Pegu im Westen, von Luang Prabang im Norden bis Ligor im Süden. Sukhothai, dessen weitläufig verstreuten Ruinen noch heute beeindrucken, wurde die erste Hauptstadt und Wiege der Kultur des bis heute in wechselnden Grenzen unabhängigen Königreiches.
Die Sukothai-Periode endete, als ein Fürst aus Ayutthaya die Macht an sich riss und sich 1350 als Rama Thibodi I. zum König krönen ließ. Während der Ayutthaya-Periode schufen die Könige in 400 Jahren das wirtschaftlich und kulturell blühende Siam, und Ayutthaya wurde zur prächtigsten Stadt des ganzen Ostens.

Als Feldherren vergrößerten sie ihr Reich und waren bei den Nachbarstaaten sehr gefürchtet. Als Diplomaten profitierten sie von den wirtschaftlichen Interessen Europas an Siam, verstanden es aber auch, die Rivalitäten zwischen den Kolonialmächten so auszuspielen, dass Siam in der Folgezeit selbst nie unter Kolonialherrschaft fiel. Den wiederholten Angriffen der Birmanen musste es sich jedoch 1767 ergeben, und die Ayutthaya-Periode endete mit der Zerstörung ihrer Hauptstadt, der nur einige entfliehen konnten.
Darunter war auch General Chakri, der 1782 den Thron des wiedererstarkten Reiches bestieg und als Rama I. die bis heute regierende Dynastie gründete. Bangkok wurde als neue Hauptstadt aufgebaut und Siam wieder zur führenden Macht Südostasiens.
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wandten sich die mit absolutistischer Machtfülle regierenden Gottkönige auch innenpolitischen Reformen zu. Soziale Infrastrukturen entstanden, die Leibeigenschaft fiel - und 1932 auch das Gottkönigtum. Doch dem folgte nicht etwa eine Republik, sondern eine konstitutionelle Monarchie: Der König blieb unantastbar.
Thailands König Bhumipol Adulyadej der Große (Rama IX.) regiert seit Juni 1946. Am 9. Juni 2006 feierte Bhumipol sein 60-Jähriges Thronjubiläum. Er ist damit der weltweit am längsten herrschende König.

Kunst und Kultur
Aufgrund seiner geographischen Lage und seiner bewegten Geschichte war Thailand ein Sammelbecken für verschiedene Völker und Kulturströme. In einem Prozess der Durchdringung, Überlagerung und des Bewahrens gelang es den Thai, daraus eine homogene Kultur zu entwickeln, die durch den Buddhismus, durch einheitliche Sitten und Traditionen geprägt ist und - von allen Dynastien gefördert - zur Hochblüte gebracht wurde.
Einschließlich der Reiche der Mon und der Khmer unterscheidet man bis heute acht Kunstperioden. Die Architektur des Klosters Vat Phra Keo im Bezirk des Großen Palastes von Bangkok geht zurück auf die Anlagen Sukhothais und Ayutthayas, wenn auch Porzellan, Steingut, Fayencen, Glas und Marmor statt Bruchstein die Gestaltung veredeln.

Thailand Grand PalaceDie architektonische Symbolik der Tempel und die Motive der Plastik meinen jedoch immer ein Gleiches: Darstellung und Ehrung des buddhistischen Kosmos mit seinen Göttern, Geistern und der zentralen Gestalt Buddhas.
Ähnliches gilt für das Thai-Theater, das sich als Khon-Pantomime, als Likai-Volkstheater oder Lakon-Tanz stets auf die hinduistischen Ramayana-Epen bezieht. Das Theater ist mit seinen Figurentypen, Masken und filigranen Kostümen sowie seinem eigentümlichen Orchester hohe und hochstilisierte Kunst mit einer in Jahrhunderten tradierten und elaborierten Gestik.
Spätestens mit dem Ende der absoluten Monarchie vollzieht sich auch in der gesamten Kunst und Kultur ein merklicher Wandel. Unter dem immer stärker werdenden westlichen Einfluss wenden sich die Inhalte mehr dem realen Alltagsleben zu. Doch bis heute ist die klassische Kunst als selbstverständliche Überlieferung Teil dieses Alltags. Der Spiegel, der Geschichte, Gegenwart und Identität einer Nation zeigen kann, ist in Thailand nicht blind.

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Politische Situation

Zu den einflussreichsten Kräften des thailändischen Systems gehören der Buddhismus als Legitimation des Gottkönigtums, das nach seiner Abschaffung ebensowenig an Bedeutung verlor wie der nur noch konstitutionell regierende Monarch, sowie das Militär.
Demokratiebestrebungen, die in dem Massaker von 1976 ihr blutigstes Ende fanden, langanhaltende Perioden wiederholter Militärregierungen, die Feindseligkeiten zwischen der seit 1932 sich entwickelten neuen Machtelite, den Führungskadern des Militärs, den Bürokraten und der kleinen Gruppe der zivilen Intelligenz sowie mehrere Regierungswechsel (inklusive blutig endender Massendemonstrationen 1992), halten das Land in seiner politischen Struktur dank der unangefochtenen Stellung des Königs dennoch stabil.

Mai pen ari - "das macht nichts" - Mit dieser geistigen Haltung versteht es die Bevölkerung, so zwischen den drei Mächten Religion, Monarchie und Militär zu lavieren, dass ihr sozialer und gesellschaftlicher Freiraum bewahrt bleibt. Das politische Interesse in der thailändischen Bevölkerung ist im Allgemeinen nur gering entwickelt. Die Bildung eines politischen Bewusstseins stößt auf die vom Buddhismus gelehrte Tugend der Duldsamkeit, mit der die herkömmliche Ordnung respektiert und der Eingriff in den aus dieser Ordnung resultierenden Ablauf der Dinge ausgeschlossen wird.
Nur so ist auch zu erklären, wie es dem Militär im September 2006 gelingen konnte, unblutig gegen den seit 2001 amtierenden Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra (Thai Rak Thai, TRT) und dessen Regierung zu putschen.

Die Militärregierung hatte sich zum Ziel gesetzt, auch die angebliche Korruption des gestürzten und im Exil lebenden Thaksin Shinawatra, der sich vom Polizeioffizier zum Telekommunikations-Magnaten hochgearbeitet hat und einer der reichsten Männer des Landes ist, aufzuklären.
Die Parlamentswahlen vom 23.12.2007 konnte die Partei des gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra (nach dem Verbot der TRT nun People´s Power Party, PPP) für sich entscheiden. Nur knapp verfehlte sie die absolute Mehrheit. Deren Spitzenkandidat Samak Sundaravej erklärte die Militärherrschaft in Thailand für beendet und meldete bereits seinen Anspruch auf das Amt des Premiers an. Am 28. Januar 2008 wurde er schließlich zum neuen Premierminister Thailands gewählt.
Die nur zweitstärkste Democrat Party (DP, die älteste Partei Thailands) ging in die parlamentarische Opposition von wo aus sie, unterstützt vom Militär, auf die Absetzung der Regierung hinarbeiten wollte.
Die PPP, die eine Nachfolgepartei der früheren Regierungspartei "Thais lieben Thais" ist, werde angeblich von dem gestürzten Premierminister Thaksin Shinawatra gesteuert und finanziert.

Deuten die jüngsten Demokratiebestrebungen auf das Ende von gelernter unterwürfiger Duldsamkeit und dem Erwachen eines kämpferischen, politischen Bewusstseins hin und wird das freundlich, lächelnd vorgesummte Mai pen ari ("das macht nichts") dahingehend modifiziert, dass sich auch der bisher unterdrückte Arme als Mitgestalter seiner Gesellschaft betrachtet, der teils mitverantwortlich ist an seiner jeweiligen Lebenssituation ? Mai pen ari, ich bin nun mal hier und damit bin ich selbstverständlich auch aufgerufen, meine Welt dahingehend mitzugestalten, dass sich die Gesellschaft, in der ich lebe, in Ballance befindet ... und dafür kämpfe ich, auch wenn es unbequem ist - das macht nichts !

März/April 2010:
Mitte März 2010 haben in Bangkok rund 100.000 Thaksinisten ("Rothemden") gegen die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva protestiert. Dabei besetzten sie vorübergehend die wichtigste Fernsehstation des Landes.
Nach der Stürmung des Parlaments Anfang April, rief Präsident Abhisit über Bangkok den Notstand aus, er sprach ein Demonstrationsverbot aus und ließ den Haussender der Thaksinisten "Peoples Channel" am 8.4. abschalten. Zehntausende Regierungsgegner formierten sich nun, um den Sender an der Satellitenstation von "ThaiCom", der von rund 10.000 Sicherheitskräften umstellt ist, zurück zu erobern. Gegen Anführer der Oppositionsbewegung wurden bereits Haftbefehle erlassen, in der Absicht, die Bewegung zu schwächen. Doch lassen sich die Thaksinisten nicht einschüchtern. Sie wollen so lange weiter demonstrieren, bis ihre Forderungen nach Auflösung des Parlaments und Neuwahlen erfüllt sind.

Mai 2010
Im Mai eskaliert die Stimmung in Thailand. In Bangkok herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Es wird scharf geschossen. Wenn auch die Anführer der "Rothemden" am 19. Mai sich ergeben haben, so bedeutet das nicht, dass nun Ruhe eingekehrt ist.

Bei den Kämpfen wurden seit Anfang mindestens 1000 Menschen verletzt und mehr als 60 Menschen getötet.
Insgesamt scheint Thailand im Chaos zu versinken. Der Frust der mehrheitlich armen Landbevölkerung entlädt sich nun zunehmend in den Provinzen.
Man könnte fragen, weshalb sich die Regierungen westlicher Industriestaaten während der Protestaktionen zwischen "gelbem" und "rotem" Lager diesmal mit kritischen und ermahnenden Erklärungen zurückgehalten haben. Wie mir von einem deutschen Unternehmer, der seit vielen Jahren sein Geschäft in Thailand hat, gesagt worden ist, habe man wohl durchaus Sympathien für die "Armen", allerdings werde das Lager der Thaksin-Anhänger ebenso nicht ohne Sorge betrachtet, sehe man doch in Thaksin eine gewisse Tendenz, die in Richtung eines Chavez (Venezuela, "Neuer Sozialismus") ziele, weshalb man sich besser mit besonderen Stellungnahmen zurückhalte.
Rainer Kurka

Die Democrat Party (DP) wird seit vielen Jahren von der deutschen Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP) unterstützt. Die DP gilt als maßgeblicher politischer Arm der traditionellen Eliten Thailands. Außenpolitisch steht die DP für eine enge Zusammenarbeit mit dem Westen. Die Partei ist wirtschaftsliberal ausgerichtet und handelt gemäß den wirtschaftlichen Interessen auch der deutschen Industrie.
»[...]In Thailand sind zahlreiche deutsche Unternehmen aktiv; das Land gehört zu den bedeutenden Abnehmern deutscher Exporte in Südostasien, einer geostrategisch - im Einflusskampf gegen China - höchst bedeutenden Region. Die Bundesregierung hat, um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, unter anderem einen regelmäßig tagenden "Deutsch-Thailändischen Gemeinsamen Wirtschaftsausschuss" installiert. Sozialprogramme und Umverteilungsmaßnahmen der Regierung Yingluck Shinawatra entsprechen dabei nicht den neoliberalen Wünschen der deutschen Industrie.[...]«
Zitat: www.german-foreign-policy.com, Deutschlands außenpolitischer Pluralismus, 2.12.2013

Wahlen am 3. Juli 2011
Die Partei Phuea Thai, ("für die Thais", PTP; Nachfolgepartei der PPP) hat die Parlamentswahl mit absolute Mehrheit gewonnen. Die 2008 gegründete PTP erhielt 265 der 500 Sitze. Die den "Rothemden" nahestehende Partei steht maßgeblich unter dem Einfluss des im Exil lebenden gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra.
Die bis dahin regierende Demokratische Partei erhielt nur noch 159 Sitze. Neue Regierungschefin wurde die Schwester von Thaksin, Yingluck Shinawatra (*1967; Studium der Politikwissenschaften in den USA). Der Regierung gehören keine "Rothemden" an. Als Zugeständnis an die konservativen Eliten wird die Ernennung des früheren Polizeichefs Kowit Wattana zu einem der fünf stellvertretenden Ministerpräsidenten angesehen. Das reichste Mitglied im Kabinett ist Plodprasop Suraswadi (*1945). Er wurde Wissenschafts- und Technologieminister. Seinen Masterabschluss in Fischereimanagement erhielt Suraswadi 1970 von der Oregon State Universität (USA). Bei seinem Amtsantritt 2011 gab er sein Vermögen mit umgerechnet 23 Millionen Euro an.

November/Dezember 2013: Tausende Regierungsgegner fordern den Rücktritt der Regierung
Etwa 50.000 Oppositionelle demonstrierten am 24. November in Bangkok gegen ein von der Regierung verabschiedetes Amnestiegesetz, das u.a. auch den im Exil lebenden Bruder der Regierungschefin, Thaksin Shinawatra, zugute käme. Die Opposition, angeführt von Suthep Thaugsuban (ehemaliger Vize-Regierungschef im Kabinett von Abhisit Vejjajivas), beschuldigt die Regierung der Korruption und fordert ihren Rücktritt. Ausgerechnet der konservative, dem Militär nahestehende Suthep Thaugsuban (DP) treibt den Korruptionsvorwurf voran. Dabei wurde er selbst der Korruption beschuldigt, im Dezember 2012 wurde gegen ihn und Abhisit Vejjajivas sogar Mordanklage erhoben. Aufgeschreckt von den Massenprotesten, wurde dann von der Regierung das Amnestiegesetz zurückgezogen. Trotzdem gingen die Proteste weiter. Es wurden Regierungsgebäude besetzt. Und am 27. November haben sich die Proteste weiter im Land ausgedehnt (insbesondere im Süden, wo die Demokraten die meisten Anhänger haben). Die Propaganda gegen die Thaksin-Regierung zielt darauf ab, dass die Thaksin-Familie und deren Verbündete vollständig aus dem Machtapparat verdrängt werden sollen - ein Rücktritt von Yingluck Shinawatra und Neuwahlen würden nicht ausreichen, so Suthep Thaugsuban.
Am 8. Dezember 2013 kapitulierte die Regierung schließlich aufgrund anhaltender Proteste. Yingluck Shinawatra löste das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an, bei denen sie erneut kandidieren wolle. Ungeachtet der Parlamentsauflösung und angekündigter Neuwahlen, gab es weitere Proteste hunderttausender Menschen. »[...] Der Anführer der Straßenproteste Suthep Thaugsuban erklärte, er sei an einer Wahl nicht interessiert. Er fordert, dass ein nicht gewählter "Volksrat" die Regierung ersetzt. Yingluck lehnt dies als undemokratisch ab. Ihre Siegeschancen bei einer Wahl gelten trotz der Proteste als gut, da die Regierung breiten Rückhalt in der armen Landbevölkerung genießt. Zu den Demonstranten gehören vor allem Angehörige der zivilen und militärischen Elite sowie Königstreue.[...]«
Zitat: deutsche-wirtschafts-nachrichten.de, Regierung gibt auf und ruft Neuwahlen aus, 9.12.13

Januar 2014: Notstand in Bangkok und Umgebung
Aufgrund anhaltender gewalttätiger Proteste, hat die Regierung den Notstand ausgerufen, der ab dem 22.Januar für Bangkok und Umgebung gelten soll. Die Notstandsgesetze geben den Sicherheitskäfte weitreichende Befugnisse und beschneidet die Rechte der Demonstranten. Demonstrationen von mehr als fünf Menschen sind dann verboten.

Korruption und zwielichtige Geschäfte bei den thailändischen Sicherheitskräften
Der Machtkampf zwischen den Thaksinisten (Rothemden) und der konservativen, vom Militär unterstützten Elite prägt Thailands politische Landschaft seit vielen Jahrzehnten. So ist es auch verständlich, dass die Elite nicht an einer Destabilisierung der altgewohnten Vorzüge interessiert ist. Und so wird auch gern über die weitverbreitete Korruption und den vielfältigen Verwicklungen in kriminelle Geschäftspraktiken im Bereich der Sicherheitsorgane wie Militär und Polizei hinweggesehen.
»[...] Mitglieder der Sicherheitskräfte sind am Waffen, Drogen-, Tropenholz- und Menschenschmuggel beteiligt gewesen, sind wirtschaftlich aktiv, auch in zwielichtigeren Bereichen, und verfügen oft über enge Verbindungen zur Unterwelt.[...]«
Zitat: www.bicc.de, Informationsdienst Sicherheit, Rüstung und Entwicklung in Empfängerländern deutscher Rüstungsexporte
"Otpor" (serbisch: Widerstand), das ukrainische Pendant heißt "Pora!" (es ist Zeit). Otpor war eine serbische Organisation, die im Jahr 2000 auch Partei wurde, »[...] die bei politischen Umwälzungen in Osteuropa und der Kaukasusregion (Ukraine, Georgien) aktive Unterstützung von Oppositionsparteien und -gruppen leistete.[...]« Die ägyptische "Jugendbewegung des 6. April" ließ sich von Otpor zu den politischen Umwälzungen in Ägypten ab 2011 inspirieren. Zahlreiche Widerstandsorganisationen, natürlich mit unterschiedlichen Namen, haben sich seit 2000 aus Otpor heraus entwickelt. Ihr Symbol ist die geballte Faust. Finanziert werden ihre Aktivitäten teilweise oder ganz durch westliche Organisationen staatlichen und privaten Charakters. Bedeutende Finanziers sind u.a. das "National Endowment for Democracy" (US-Außenministerium), "Freedom House" (finanziert von der US-Regierung sowie vom "Demokratieförderfonds der Vereinten Nationen" und "Open Society Foundation" von George Soros - die "Open Society Institute International Renaissance Foundation" unterstützt insbesondere Pro-Demokratie-Bewegungen in Russland und den früheren Sowjetrepubliken). Die Methode von Otpor und ihren Zweiggruppen ist überall gleich. Nach Gründung einer Gruppe in einem Staat, werden spektakuläre Aktionen veranstaltet, die in den westlichen Medien ausgestrahlt werden. Symbole mit Wiedererkennungswert werden verwendet, wie z.B. Rosen oder die Farbe Orange etc. Nach Wahlen wird sofort von Wahlmanipulation gesprochen, womit eine verstärkte Aufmerksamkeit in westlichen Medien erreicht wird. Dann folgen friedliche Proteste, die im Verlauf eskalieren können, bis man im günstigsten Fall Neuwahlen und den Sieg ihrer Gruppierung erreicht hat. Vergleiche arrow Ukraine. In Thailand existiert eine Gruppe, der die Otpor-Methode vertraut ist: "Prachatai" - unabhängige, non-profit Online-Tageszeitung. Zu den Finanzierern gehört u.a. die Rockefeller-Foundation, die Open Society Foundation und die National Endowment for Democracy.
Zitat: de.wikipedia.org, Otpor.

Mai 2014: Yingluck Shinawatra wurde als Premierministerin abgesetzt - Militär übernimmt

Das Verfassungsgericht in Bangkok hat am 7. Mai die Regierungschefin mit der Begründung abgesetzt, dass sie Amtsmissbrauch begangen hätte und deshalb nicht länger im Amt bleiben könne. Der Amtsmissbrauchsvorwurf bezieht sich auf eine Entscheidung kurz nach Amtsantritt 2011, den damaligen Sicherheitschef abzusetzen und stattdessen einen Familienangehörigen von Yingluck Shinawatra einzusetzen.
Das Gericht entließ darüberhinaus neun Kabinettsmitglieder, darunter Außenminister Surapong Tovichakchaikul. Der Rest des Kabinetts bleibt im Amt, bis eine neue Regierung steht.
Zum neuen Regierungschef (Übergangspremier bis zu den Neuwahlen am 20. Juli) wurde Handelsminister Niwattumrong Boonsongpaisan ernannt.
Das sich nach der Absetzung der Regierungschefin die Lage im Land weiter verschärft hat, entschied die Armee am 20. Mai den Ausnahmezustand, i.e. Kriegsrecht, auszurufen, um, wie es heißt, Recht und Ordnung wieder herzustellen. Es handle sich bei dieser Maßnahme nicht um einen Militärputsch, wie ausdrücklich von Regierung und Armee betont wurde - die Regierung arbeite normal weiter. Von der Regierung und von Teilen der Protestparteien wurde diese Maßnahme der Armee offenbar begrüßt, der Protest soll aber weitergehen. Die "Rothemden" wollen eine Rückkehr zur Demokratie und Neuwahlen. Die Regierungsgegner ("Gelbhemden") um den konservativen, dem Militär nahe stehenden Suthep Thaugsuban, lehnen hingegen Neuwahlen ab, weil sie befürchten, dass Yingluck Shinawatra erneut zur Präsidentin gewählt werden könnte - sie wollen stattdessen einen nicht gewählten "Volksrat", der die Regierung ersetzt.

Der Quasi-Putsch ist verfassungsrechtlich KEIN Putsch
Es handelt sich dann nicht um einen Putsch im eigentlichen Sinne, wenn die Machtübernahme durch das Militär mit Zustimmung des Staatsoberhauptes erfolgt - und das ist der König. Dieser hat zum Zeitpunkt der Machtübernahme durch das Militär zwar noch nicht offiziell sein Wort gesprochen. Dass er das aber noch tun wird, dürfte sicher sein. Sicher dürfte auch sein, dass der König inoffiziell bereits im Vorfeld der Handlungen sein Einverständnis zum aktuellen Entwicklungsablauf gegeben hat. Seit 1932 hat das Militär nun zum 19. Mal eine Regierung abgesetzt und selbst die Regierung gestellt.

Am 26. Mai stimmte König Bhumibol Adulyadej dem Vorgehen des Militärs zu. Um Ruhe und Ordnung im Land wiederherzustellen und im Interesse der Einheit, ernannte der König General Prayuth Chan-Ocha zum Leiter des "Nationalen Rates für Ruhe und Ordnung", um das Land zu führen.

Yingluck Shinawatra verhaftet - Welle der Repression rollt an
Nur kurze Zeit nach der Machtübernahme des Militärs hat sich Armeechef Prayuth Chan-ocha an die Regierungsspitze gesetzt - wie er sagte, führe er die Regierungsgeschäfte solange, bis ein neuer Ministerpräsident im Amt ist. Von einer Rückkehr zur Demokratie ist jedoch nicht die Rede. Dann wurden Yingluck Shinawatra, ihre Schwester und ihr Schwager - beide besetzten politische Ämter unter Frau Shinawatra - verhaftet. In Gewahrsam wurden auch die Anführer der Protestgruppen genommen (Suthep Thaugsuban vom regierungsfeindlichen Lager der "Gelbhemden" und von den "Rothemden" der Regierungsanhänger Jatuporn Prompan). Gegen weitere 156 Menschen aus dem Umfeld von Frau Shinawatra - darunter der kurz als Regierungschef amtierende Niwattumrong Boonsongpaisan - verhängte das Militär eine Ausreisesperre. Gegen andere Shinawatra-Sympathisanten - "Rothemden" - rollte eine Welle der Repression an.
Die Proteststimmen gegen den Quasi-Putsch aus der westlichen Welt erheben sich zwar, sie sind aber vergleichsweise leise. Die aktuelle Entwicklung dürfte ohnehin im Interesse des Westens sein. Und "Prachatai" wird weiter daran arbeiten, Thailands 800 Jahre alte Herrschaftstradition zu schwächen, um das Land im Sinne ihrer Finanzierer zu "demokratisieren".

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1395 f.



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 Neue Weltordnung - die Farben der Freimaurer
 Großbritannien - Monarchie - Blutlinien
www.freedomhouse.org, Thailand - Freedom in the World 2012
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CIA - The World Factbook -- Thailand
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Thailand Islamic Insurgency
Thailands unruhiger Süden
Department Sozialwissenschaften : Institut für Politische Wissenschaft (Hamburg): Thailand (Südthailand) - Bewaffneter Konflikt

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