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Offizieller Name: Republik der Philippinen
Hauptstadt: Manila
Fläche: 300.000 km² (7107 Inseln, davon Luzon 104.688 km², Mindanao 94.630 km², Samar 13.080 km², Negros 12.710 km², Palawan 11.785 km², Panay 11.515 km²)
Landesnatur: 7107 Inseln mit Gebirgen und zum Teil noch tätigen Vulkanen
Klima: Tropisch-heißes Monsunklima
Hauptflüsse: Pampanga, Magat, Cagayan, Agusan, Pulangi
Höchster Punkt: Mount Apo 2954 m
Regierungsform: Präsidiale Republik (Verfassung von 1987)
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 16 Regionen, 1 Autonome Region Muslimisches Mindanao
Parlament (Kongreso): Zweikammerparlament, bestehend aus Senat (24 Senatoren) u. Repräsentantenhaus mit max. 261 Mitgliedern (206 direkt, Rest über Parteilisten)
Einwohner: 74.454.000 (1999); 103.775.002 (geschätzt für Juli 2012)
Bevölkerungsdichte: 295 Ew./km² (2007)
Stadtbevölkerung: 59% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 37% (1999)
Analphabetenquote: 5% (1999)
Sprache: Filipino (55% von Tagalog abgeleitet), 28% Tagalog, 24% Cebuano, 10% Ilocano, 9% Panay-Hiligaynon, 6% Bicol u.a. (insgesamt 988 Sprachen); ca. 3% Spanisch und Chinesisch, Englisch
Religion: Katholiken 83%, Protestanten 5%, Anhänger der Unabhängigen Philippinischen Kirche (Aglipayan) und Iglesia ni Cristo 5%, Muslime 5%; indigene Religionen, Buddhisten
Währung: Philippinischer Peso
Unabhängigkeit: 4.7.1946 (ehemals amerikanisches Dominion; bis 1898 spanische Kolonie)
Nationalfeiertag: 12. Juni (Unabhängigkeitsproklamation 1898)
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Geschichte, Geographie und Situation heute
Drei Jahrhunderte lang standen die Philippinen unter spanischer Herrschaft, bis ab 1872 wiederholte Aufstände der einheimischen Bevölkerung sowie der spanisch-amerikanische Krieg zur eingeschränkten Selbstverwaltung unter amerikanischer Herrschaft führten. Seit der Unabhängigkeit bestanden weiterhin enge wirtschaftliche und militärische Bindungen zu den USA. 1987 trat die neue Verfassung in Kraft. Der seit 1970 andauernde Guerillakrieg zwischen Regierungstruppen und verschiedenen militanten Befreiungsfronten der islamischen Minderheit auf Mindanao setzte sich trotz Friedensabkommen (1996) und Waffenstillstand (1997) fort. |  |
Auch das Friedensabkommen von 2001 zwischen Regierung und der auf Mindanao dominierenden islamischen Rebellengruppe "Moro Islamic Liberation Front" (MILF) brachte nicht den erhofften Erfolg. Schließlich einigten sich Regierung und MILF auf ein erweitertes Autonomiestatut für die Autonome Region Muslimisches Mindanao (ARMM), woraufhin die katholische Bevölkerung protestierte. Am 4.8.2008 stoppte dann das Verfassungsgericht den Friedensprozess mit seinem Urteil, dass die erweiterte Autonomie die philippinische Verfassung und nationale Souveränität verletze. Danach kam es zum Bruch des Waffenstillstands durch die MILF, die mehrere Dörfer in der beanspruchten Region besetzte. Die Armee konnte mit ihrem entschlossenen Vorgehen die meisten Dörfer zurückerobern. Vorbedingung für weitere Friedensverhandlungen ist nun die Entwaffnung der MILF-Rebellen.
Die islamistische Terrorgruppe Abu Sajaf ("Schwertkämpfer", auch ASG, Abu Sajaf Group, genannt)
»[...] Die Abu-Sajaf-Terrorgruppe ging aus der Gruppe "Moro National Liberation Front" (MNLF) auf Mindanao hervor. Abdurajik Abubakar Janjalani lehnte die gemäßigte Linie der MNLF ab und gründete 1991 die islamistische Organisation Abu Sajaf, die er bis zu seinem Tod 1998 führte. Die Gruppe erklärte, dass sie die Christen aus dem Süden der Philippinen durch Gewaltakte vertreiben will. Einer der ersten Gewaltakte wurde 1991 auf eine Veranstaltung des christlichen Hilfs- und Missionsschiffs Doulos verübt. [...] Die Aktivitäten der Abu-Sajaf-Gruppe werden durch Raub, Erpressung und Entführung, besonders von Ausländern, finanziert. Es gibt Berichte, nach denen Abu Sajaf auch in Malaysia und Indonesien arbeitet.[...]
Abu Sajaf war im Jahre 2000 an der Entführung u. a. der deutschen Familie Wallert, deren Mitreisenden und Hotelangestellten eines Taucher-Resorts auf Sipadan beteiligt, die mit Booten zur Insel Jolo verschleppt wurden. Das Abu-Sajaf-Mitglied Ghalib Andang, auch Commander Robot genannt, führte diese Entführergruppe an (siehe Artikel zum Entführungsfall Abu Sajaf). Im Mai 2001 entführte Abu Sajaf eine größere Gruppe aus dem Resort Dos Palmas auf Palawan.
Die Abu Sajaf verübt auch immer wieder Bombenanschläge, so zu Silvester 2000 auf 2001 in Manila. Dabei wurden mindestens 22 Menschen getötet, 100 zum Teil schwer verletzt.
5. März 2003. Bombenanschlag auf den Davao City Airport mit 21 Toten und 148 Verletzen. Kurz darauf bekennt sich die Abu Sajaf zu dem Anschlag. Am 27. Februar 2004 versenkt die Abu Sajaf durch einen Bombenanschlag in der Bucht von Manila die Fähre SuperFerry 14 mit 900 Passagieren an Bord durch einen Bombenanschlag, wobei 116 Menschen getötet werden.[...]
Im April 2007 sind sieben Christen im Süden der Philippinen von der Gruppe enthauptet worden. Zuerst hatte die Organisation vergeblich knapp 80.000 Euro Lösegeld gefordert, danach zwangen sie Zivilisten, die abgetrennten Köpfe in zwei Kasernen abzugeben.
2010 enthaupteten Abu Sajaf-Mitglieder drei christliche Holzfäller.
Im April 2014 entführte die Terrorgruppe zwei deutsche Segler [...]. Die Terroristen forderten Lösegeld und von Deutschland sich nicht am Kampf gegen die dschihadistisch-salafistische Terrororganisation Islamischer Staat in Syrien und im Irak zu beteiligen.[...]«
Im Oktober werden immer wieder Fotos von dem gekidnappten deutschen Paar in den Medien gezeigt (beide schilderten vor ein paar Wochen ihre Horror-Situation im Dschungel von Jolo im regionalen Sender DXRZ und baten die Regierungen in Manila und Berlin um Hilfe). Das Ultimatum für die Lösegeldzahlung in Höhe von 4 Millionen Euro läuft am 17. Oktober ab (am Nachmittag des 17.10. wurden die beiden Deutschen fei gelassen).
Zitat: de.wikipedia.org, Abu Sajaf
Siehe auch:
Irak - Isis, bzw. IS
Syrien - Isis, bzw. IS
Islam
Neue Weltordnung
Ursache des Konflikts auf Mindanao
»[...] Als zentrale Ursache des Konflikts lässt sich die sozio-ökonomische Marginalisierung der Muslime ausmachen. Die Provinzen Mindanaos, in denen die Muslime die Mehrheit stellen, gehören zu den ärmsten der Philippinen. Zudem spielt die kollektive Identität der Moros, die sich im Verlauf des 20. Jahrhundert ausgebildet hat, eine wichtige Rolle. Sie fühlen sich als Fremde in einem feindlich gesonnenen, christlichen Land. Die MILF – heute das Sprachrohr der Muslime Mindanaos – rückte seit ihrer Gründung 1977 die religiöse Dimension weiter in den Vordergrund. Ob dies ein ernsthaftes politisches Anliegen ist oder nur zur Mobilisierung der Bevölkerung dient, ist schwer zu sagen. Ihre Vorgängerin, die in den 1960er Jahren gegründete Moro National Liberation Front (MNLF), hatte in erster Linie für die Autonomie der muslimischen Provinzen Mindanaos gekämpft. Die MILF hingegen, die eine Abspaltung der MNLF ist, nennt als Maximalziel die Gründung eines von den Philippinen unabhängigen muslimischen Staates Mindanao. Diese Abspaltung zeigt, dass es sich bei den Muslimen in Mindanao nicht um eine einheitliche Gruppe handelt.
Zusätzlich erschwert wird die Befriedung des Konflikts durch das philippinische Militär, das bis vor Kurzem eine zum Teil eigenständige Politik verfolgte. So wurden Weisungen der Regierung ignoriert, die nach Ansicht einiger Militärs nicht hart genug gegen die Rebellen vorging. Ein weiterer entscheidender Akteur ist die christliche Mehrheit auf Mindanao, die sich gegen eine Autonomie wehrt, da sie fürchtet, Besitz und Einfluss zu verlieren. Ihre Vertreter gehörten zu den ersten, die gegen das geplante Abkommen mit den Moros protestierten. [...]«
Zitat: www.bpb.de, Innerstaatliche Konflikte, Autor: Jan Martin Vogel, 29. Oktober 2009
30. Juni 2016: Ein neuer Präsident auf Menschenjagd
Rodrigo Duterte (zuvor Bürgermeister auf Mindanao), seit dem 30. Juni 2016 Präsident des Inselstaates, will eine Welt ohne Kriminalität, ohne Drogen, eine Welt, in der die Leute nachts wieder ohne Angst auf die Straßen gehen können. Er wolle Polizei und Militär einsetzen, um die Kriminellen zu jagen und zu töten (die Polizei erhielt einen "Schießbefehl"). Er rief auch die Bevölkerung dazu auf, sich an der Bekämpfung der Kriminalität zu beteiligen. Die Vernichtung der Kriminalität betrifft aber nicht nur das Thema "Drogen". Auch soll die Korruption entschieden bekämpft werden. Und da wird es schwierig für Duterte, weil hier auch im Staatsapparat (insbesondere bei der korrupten Polizei) selbst Hand angeklegt werden müsste. Um sich nicht verdächtig zu machen, gehen nun die Polizeibeamten in vorauseilendem Gehorsam besonders brutal gegen Kriminelle, in der Regel Kleinkriminelle vor, und schrecken auch vor gezielten Tötungen nicht zurück (im Polizeibericht taucht dann immer das Wort "Drogen" im Zusammenhang mit dem Getöteten auf).
Die Tötung von Kriminellen ist durch den Aufruf des Präsidenten jetzt auch ohne Gerichtsurteil legal.
Kritiker befürchten ein Abgleiten der Philippinen in einen Staat, in dem Rechtlosigkeit und Angst herrschen und Menschenrechte keine Gültigkeit mehr besitzen. Wie Duterte selbst sagte, kümmerten ihm Menschenrechtsfragen jedoch nicht.
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Der Archipel der Philippinen umfasst 7.100 große, kleine und kleinste Inseln, Atolle und Felsriffe, von denen mehr als 5.000 unbewohnt sind. Die Inselgruppe entstand durch vulkanische Kräfte und tektonische Erdverschiebungen. Das Innere der Inseln ist in der Regel bergig mit Höhen bis zu 2.954 m und 21 aktiven Vulkanen. Auf den Philippinen herrscht tropisches Monsunklima, das je nach Winden und Landschaft variiert. |
Luzon und die Visaya Inseln werden in den Sommermonaten häufig von Taifunen heimgesucht, die oftmals schwere Schäden anrichten. Die Philippinen sind seit 1987 Präsidialrepublik mit Mehrparteiensystem. Präsidentin war von Januar 2001 bis Juni 2010 Gloria Macapagal Arroyo (*1947). Nachfolger wurde Benigno Aquino III. Probleme mit denen das Land zu kämpfen hat, sind der islamische Terror, Aufklärung politischer Morde an Linke, das starke Bevölkerungswachstum (2,3%), die fortschreitende Verstädterung (59% leben in Städten), die Klimaveränderung und die Umweltzerstörung durch Abholzung, Überfischung, Überdüngung und Monokulturen.
November 2013: Taifun "Haiyan" fordert mehr als 2.500 Tote. Etwa 10 Millionen Menschen sind von dem Taifun betroffen.
Der Taifun "Haiyan" (Sturmvogel) erreichte am 8. November die ostphilippinischen Inseln Leyte und Samar mit einer Geschwindigkeit von 300 km/h. Auf seinem weiteren Weg verwüstete er die ihm im Wege liegenden Ortschaften. Besonders traf es die 220.000 Einwohner zählende Küstenstadt Tacloban, die ein einziges Trümmerfeld ist. Hier starben mindestens 2.500 Menschen. Die meisten ertranken in den Wassermassen.
"Haiyan" gilt als der stärkste Taifun, der je auf Land traf. Auf den Philippinen habe es bislang keinen derartig katastrophalen Taifun gegeben.
Zeitnah fand in Warschau (Polen) der Weltklimagipfel statt. Dringendst wird von Politik und Wirtschaft gefordert, umwelt- bzw. klimafreundliche Maßnahmen zu ergreifen, da anderenfalls die Katastrophe für die Menschheit drohe. Es gibt zwar Hinweise, dass die Zunahme außergewöhnlicher Wetterphänomene mit einer weitgehend vom Menschen zu verantwortenden Klimaveränderung zu tun habe, eindeutige Beweise dafür gibt es jedoch nicht.
Siehe:
derstandard.at, Chaos nach Taifun "Haiyan"auf den Philippinen, 11.11.2013
alles-schallundrauch.blogspot.de, Taifun Haiyan wird für die Klimalüge benutzt, 11.11.2013
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Kein asiatisches Land ist so sehr von Europa bevormundet und später von den USA gegängelt worden wie die Philippinen. Der Staatsname geht auf den spanischen König Philipp II. zurück. Die Grenzen sind das Ergebnis der Absprachen europäischer Kolonialmächte. Der im Land vorherrschende Katholizismus ist Folge dieser Fremdbestimmung. Das öffentliche und private Leben der Gegenwart ist vom "American Way of Life" durchdrungen. |
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Viele Probleme der philippinischen Entwicklung sowie die spannungsgeladene Suche nach eigener Identität und politisch eigenständigem Weg wurzeln in der historischen Weichenstellung, die 1521 erfolgte, als die Flotte des Fernao de Magalhaes (F. Magellan) - Portugiese in spanischem Auftrag - die philippinische Inselwelt entdeckte. Magellan wurde zwar auf der Insel Mactan von Einheimischen getötet, seine Schiffe segelten jedoch auf der Suche nach den legendären Gewürzinseln weiter und legten somit den Grundstein der spanischen Kolonialherrschaft.
Von den großen Kulturströmen aus dem südlichen Asien wurden die Philippinen kaum berührt. Dies machte die Bewohner so empfänglich für die europäischen Einflüsse.
Geschmeidige Anpassung an wechselnde Machtverhältnisse und zugleich dauerhafter Widerstand kennzeichnen die neuere Geschichte der Philippinen und seiner Bewohner, der Filipinos.
Sie haben eine Einstellung zum Leben, zum Sterben und zum Überleben entwickelt, die von Leidensfähigkeit ebenso geprägt ist wie von heiterer Sinnenlust. Diese Grundeinstellung haben die Einwohner gerade während der vergangenen Jahre in erstaunlicher Weise die Probleme ihres Staates erdulden lassen. Der Inselstaat ist zunehmend in die politische Zerreißprobe geraten. Der vermeintliche Frieden, den so viele Landschaftbilder vermitteln, ist trügerisch. Hinter der freundlichen Fassade macht der Staat einen Wandlungsprozess durch, dessen Ende völlig ungewiss ist. Die hellwache Öffentlichkeit auf den Philippinen spielt dabei ebenso eine aktive Rolle wie das west-östliche Interesse an den strategisch bedeutsamen Inseln.
In der sowohl politisch als auch militärisch geführten Auseinandersetzung um die Zukunft der Philippinen stehen sich folgende drei Gruppen gegenüber:
Die liberalen Kreise der Mittel- und Oberschicht, gestützt von Kapital und ausländischen Geschäftsleuten, sind an politischer Stabilität, nicht aber an Veränderungen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung interessiert. Diese Kreise treten für eine Fortsetzung der engen Beziehungen zu den USA ein und werden zum Teil von der katholischen Kirche unterstützt. In diesen Kreisen ist Verhandlungsbereitschaft mit den linken und kommunistischen Herausforderern des Systems erkennbar. |
Die zweite Gruppe bilden die konservativen und reaktionären Kräfte innerhalb des Militärs, die aus der blutigen Praxis der Marcos-Politik, die einherging mit der Stärkung der Armee, die Überzeugung gewannen, gesellschaftspolitische Widersprüche ließen sich mit Waffengewalt lösen.
Die dritte Gruppe schließlich, die linken und kommunistischen Kreise, strebt eine neue Gesellschaftsform und einen eigenständigen politischen Kurs an. Zu den Besonderheiten der philippinischen Politszene gehört es, dass einzelne, auch prominente Repräsentanten der verschiedenen Kreise, durchaus die Fronten wechseln und sich dadurch immer wieder neue Fraktionen bilden.
U.S.-Militär unterstützt das philippinische Militär
Etwa 650 Soldaten der USA sind hauptsächlich in Camp Navarro (Zamboanga) stationiert und unterstützen das philippinische Militär (AFP) im Kampf gegen die hauptsächlich auf der Insel Jolo aktive islamische Terrorgruppe "Abu Sayyaf". Außerdem leisten sie humanitäre Hilfe für die Menschen auf Mindanao.
Siehe:
jsotf-p.blogspot.com, Joint Special Operations Task Force - Philippines (JSOTF-P)
www.globalsecurity.org, Tightly-packed U.S. camp in Philippines is buzzing with preparation, February 11, 2002
Stationierung des US-Personals der "Joint Special Operations Task Force – Philippines":
• Task Force Archipelago: Camp Navarro, Zamboanga del Sur Province
• Task Force Mindanao: Camp Siongco, Maguindanao Province
• Task Force Sulu: Camp Bautista, Jolo Island, Sulu Province
Eine Handvoll JSOTF-P-Personal arbeitet in Manila. Hier werden die jeweiligen Aktivitäten mit den US Embassy Country Teams und dem AFP General Hauptquartier koordiniert.
Weitere Aktivitäten des US-Militärs: Die Philippinen haben sich zum Frontstaat der USA in Südostasien entwickelt. In der Rivalität mit China wollen die USA weiter an Macht und Einfluss in der Region gewinnen.
Siehe www.atimes.com, Philippines on frontline of US-China rivalry, Sep 15, 2012

Die Menschen
Die Philippinen sind ein Schmelztiegel besonderer Art. In mehreren Einwanderungswellen ist der Archipel in prähistorischer Zeit, beginnend vor 50.000 Jahren, vom asiatischen Festland aus besiedelt worden. Immer wieder trafen neue Sippen auf bereits bodenständige Siedler, verdrängten diese in küstenferne Regionen oder vermischten sich mit ihnen. Als Nachkommen der ältesten Bewohner gelten die Negritos, auf den Philippinen "Aeta" genannt. Zusammen mit den Nachfahren der ersten Einwanderer, den sogenannten Altindonesiern, zu denen die Volksgruppen der Igorot, der Ifugao und der Bontok gerechnet werden, stellen sie knapp 10% der heutigen Bevölkerung. Die Jungindonesier, zu den die Bisayas, Tagalen, Biscol und Iloco gehören, die Filipinos im engeren Sinne, bilden mit 70% die Mehrheit der Bevölkerung. Die erst nach dem 15. Jahrhudert in größerer Zahl eingewanderten Chinesen machen heute etwa 10% der Bevölkerung aus. Doch bei Statistiken aus Entwicklungsländern ist Vorsicht geboten. |
In keinem anderen asiatischen Land hat die Kolonialzeit auch in der Bevölkerungsstruktur so deutliche Spuren hinterlassen wie auf den Philippinen. Die zahlreichen spanischen Familiennamen und die christlichen Vornamen künden vom Missionseifer der Europäer und zugleich davon, dass sie keine Scheu hatten, einheimische Frauen zu heiraten. Auch die chinesischen Einwanderer blieben keineswegs unter sich. Die meisten Filipinos haben daher entweder Europäer oder Chinesen oder beide unter ihren Vorfahren.
Wenn man arabische Einflüsse auf die moslemische Minderheit im Süden des Landes (etwa 5% der Bevölkerung) und das Erbe aus Mischehen mit Amerikanern hinzurechnet, wird deutlich, wie verzweigt und wurzelreich der philippinische Stammbaum ist. |
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Christianisierung und Hispanisierung breiteten sich vor allem dort aus, wo sich Handel, Landwirtschaft und der Abbau von Naturschätzen lohnte und kein dauerhafter Widerstand der einheimischen Bevölkerung bekämpft werden musste, wie im moslemisch geprägten Süden. Dies führte zu Abgrenzungen innerhalb der Gesellschaft, die noch heute bestehen. Über 90% der Bevölkerung sind Christen und überwiegend in der römisch-katholischen Kirche organisiert. Etwa 5% schlossen sich der 1902 gegründeten, national-katholischen Kirche der Aglipayaner an, und 5% sind Protestanten. Der Anteil der Sekten, die stark amerikanisch geprägt sind, steigt.
Die in abgelegenen Regionen lebenden Minderheiten blieben von der Christianisierung weitgehend unberührte. Sie folgen bis heute ihren angestammten Naturreligionen und pflegen ihre Riten, die von spanischen Einflüssen frei geblieben sind. Gerade diese Minderheiten aber sind in ihrem Fortbestehen gefährdet, weil sie nach dem Willen der christianisierten Filipinos in das moderne Wirtschaftsleben eingegliedert werden sollen. Im Gegensatz zu den städtisch geprägten Filipinos, bei denen sich im vorigen Jahrhundert eine nationale Identität entwickelt hat, haben die meisten Angehörigen der ethnischen Minderheiten keine Beziehung zu ihrem Staat, sondern sind nur auf ihre Volksgruppe fixiert.
Konfliktgeladen ist das Verhältnis zwischen den Christen und den Moslems. Diese Spannungen sind weniger religiös, sondern mehr wirtschaftlich begründet. Unter christlichem Vorzeichen ist der Lebensraum der moslemischen Volksgruppen von Anfang an eingeengt worden. Als die Europäer zu Beginn des 16. Jahrhunderts mit Machtanspruch auftraten, verdrängten sie die bis dahin sesshaft gewordenen Moslems. Christliche Siedler strömten in die traditionell von Moslems besiedelten Regionen, vor allem nach Mindanao. Der vermeintliche Religionsstreit ist im wesentlichen ein Problem der Landverteilung. Der Kampf um Autonomie zieht sich durch die Jahrhunderte und flammte mit gestärktem moslemischen Selbstbewusstsein und neuer militanter Organisation in den 70er Jahren wieder auf.
Auf den Philippinen werden etwa 90 regionale Sprachen gesprochen, die zur austronesischen Sprachfamilie gehören. Die wichtigste Sprache ist Tagalog, die Muttersprache von rund einem Viertel der etwa 88 Millionen Einwohner, dessen standardisierte Form, Filipino genannt, heute Staatssprache ist. Darüber hinaus gibt es weitere regional verbreitete Haupt- und Verkehrssprachen wie Cebuano, das ebenfalls von rund einem Viertel der Bevölkerung gesprochen wird. Außerdem hat Englisch immer noch eine besondere Bedeutung als Handelssprache.

Stämme und Völker
Im 14. Jahrhundert, etwa 200 Jahre bevor die Spanier auf die Philippinen kamen, begannen moslemische Stamesfürsten von Johor und Sumatra aus eine Eroberungs- und Bekehrungsfeldzug. Der islamische Glaube fasste auf den Sulu-Inseln und auf Mindanao festen Fuß. Alle Bemühungen der spanischen Missionare, diese südlichen Inseln später zum Katholizismus zu bekehren, misslangen.
Somit waren die Spanier gezwungen, die Eigenständigkeit der dort lebenden Stammesgemeinschaften anzuerkennen. Sie nannten die Bewohner "Moros", in Anlehnung an die moslemischen Mauren aus Nordafrika, die einst über Spanien geherrscht hatten. |
Die US-Amerikaner, die 1898 die Kolonialherrschaft von den Spaniern übernahmen, versuchten wenig erfolgreich, die Moros in den Moro-Kriegen (1901-1915) zu unterwerfen. Die Unabhängigkeit der Philippinen 1946 führte zur Forderung der Moros nach einem autonomen islamischen Staat.
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Seefahrer
Von den über 5 Millionen zur "kulturellen Minderheit" zählenden Bewohner der Philippinen sind etwa 3 Millionen Moros. Die größten Gruppen sind die Tausug von Jolo und Zamboanga auf den Sulu-Inseln sowie die Maranoa und Moguindanao auf Mindanao. Die Tausug, erfahrene Seefahrer, waren vormals berüchtigte Piraten und Schmuggler. Ihre langen, schlanken Motorboote, "Kumpits" genannt, machen sie zu den Herrschern des Handels zwischen den Inseln der Sulusee. Eine andere große Morogruppe auf den Sulu-Inseln sind die Samal. Sie sind wie die Tausug seefahrendes Volk und leben auf ihren Booten. Sie sind aber eher Fischer als Händler. Die charakteristischen Dörfer der Tausug und Samal bestehen aus am Meer gelegenen Gebäuden, die auf Pfählen über dem Wasser errichtet sind. Die Badjao, die Seezigeuner von Sulu, leben in ihren "Lipa", den schmalen, zwölf Meter langen Holzbooten, direkt auf dem Wasser. Obwohl sie an Land die islamischen Gebote einhalten, beten sie auf dem Meer zu den Geistern des Windes und der Wellen.
Die Maranao werden "Menschen des Sees" genannt, da sie auf der Hochebene um den Sultuan Alonto-See in Nordmindanao leben. Sie befolgen die religiösen Vorschriften strenger als andere Moros. Viele Maranao pilgern nach Mekka und ihre größte Stadt, Marawi City, ist ein Zentrum der islamischen Lehre. Die Bauern sind auch für ihr Kunsthandwerk berühmt, vor allem für Messingarbeiten und Weberei. Die kleinste Gruppe der Moros stellen die Yakan auf der Basilan-Insel. Auch sie sind hervorragende Weber. Frauen wie Männer der Yakan tragen von alters her hautenge, vielfarbige Baumwollhosen und leuchtendfarbige Hemden, die mit Goldknöpfen verziert sind.
Von den vielen "vergessenen Stämmen" der Philippinen, den Urbewohnern in den Bergen und Wäldern, hat eine Gruppe, die Tasaday, viel Aufsehen erregt. Dieser 27 Personen zählende Stamm wurde 1971 in den tropischen Regenwäldern von Südmindanao "entdeckt", wo er anscheinend in der "Steinzeit" lebte. Viel Anthropologen glauben heute, dass die Tasaday von einem "Beamten" erfunden wurden. Er bestach ansässige Stammesangehörige, als "Höhlenmenschen" aufzutreten, in der Hoffnung, die Gegend abzuriegeln, um so ihre Bodenschätze ausbeuten zu können. |

Die Stämme der nördlichen Berge
Obwohl sie keine "Höhlenbewohner" sind, führen die Negrito-Stämme der entlegeneren Bergregionen auf den nördlichen Inseln, vor allem auf Ostluzon, noch immer ein relativ primitives dasein. Sie sind die Nachfahren der philippinischen Urbevölkerung. Nicht mehr als 30.000 - 40.000 an der Zahl, nennen sie sich selber einfach "Männer" oder "Leute": Aeta, Alta, Ita, Ati oder Agta. Dunkelhäutig und von kleiner Statur, leben sie als nomadische Bauern und Jäger.
Weniger primitiv, jedoch genauso unabhängig, sind die Bergstämme von Nordluzon, die Ifugao, Bontok, Kalinga, Apayao und Benguet, manchmal zusammenfassend Igorot genannt. Ihre Vorfahren kamen rund 3000 Jahre später auf die Philippinen als die der Negritos. Die Ifugao sind die Erbauer der Reisterrassen von Banaue in der Cordillera Central, die viele als das "Achte Weltwunder" bezeichnen.
Die Igorot waren vormals Kopfjäger. Heute halten sie aber eher den Schädel eines Schweines, das den Stammesgöttern geopfert wurde, als den eines Mannes für die angemessene Verzierung der Türpfosten ihrer Behausungen. Zur traditionellen Ausstattung eines Bontok oder Kalinga gehört aber immer noch das "Kaman", eine kleine Axt, mit der der Kopf eines besiegten Feindes abgetrennt wurde.

Literatur
Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1146 f.

www-Links
www.inquirer.net, Latest Philippine News for Filipinos
The Manila Times
The Philippines - The Homepage of Nena & Stefan Hollinger-Obeda
National Statistics Office, Philippines Official Website
Languages of Philippines
Beziehungen zwischen den Philippinen und Deutschland
Deutsche Botschaft Manila
Philippinische Botschaft in Berlin
CIA The World Factbook Philippines
Wetter auf Philippinen
Aktuelle Zeit
www.history.army.mil, GUERRILLA ACTIVITIES IN THE PHILIPPINES

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